7 von 10 Betten leer: Tourismus-Krise auf Koh Samui

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Der Coral Cove Beach auf Koh Samui ist ein beliebter Strand auf der Insel.
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Zur Hauptsaison war Thailand lange das Trendziel, doch nun gehen der beliebten Ferieninsel Koh Samui die Touristen aus: Sieben von zehn Betten standen im letzten Quartal des Jahres 2019 leer.

Die Hotels sind da, die Betten auch. Koh Samui, die zweitgrößte Insel in Thailand, ist bereit für die Touristen: Allerdings kommen nicht mehr so viele wie erwartet. Im Oktober, November und bis zum 20. Dezember blieben sieben von zehn Betten leer, die Auslastung lag nur bei 30 Prozent – das sind 20 Prozent weniger als im letzten Quartal des Vorjahres, berichtet die „Bangkok Post“.

Auch wenn über Weihnachten bis ins frühe neue Jahr hinein die Hauptsaison ist und noch einmal mehr Touristen kommen werden – die schlechten Zahlen bis in den Dezember hinein wird das nicht ausgleichen. Für das erste Quartal wurde die Prognose auf eine Auslastung von 35 Prozent gesenkt – von 50 bis 60 Prozent im Vorjahr, sagt der Präsident der Tourismus-Vereinigung von Koh Samui, Vorasit Pongkumpunt.

Hotels werden auf Koh Samui gebaut – obwohl Touristen ausbleiben

Für Insider hat der Leerstand zwei Gründe: Zum einen sind in den vergangenen Jahren zu viele Hotels entstanden, es gibt schlicht ein Überangebot. Und in diesem Jahr kommen zu den derzeit rund 30.000 Zimmern noch 1.000 weitere hinzu – während die Anzahl der Touristen sinkt.

Denn, und das ist Grund Nummer zwei, der Baht ist aktuell so stark, dass sich viele Menschen für günstigere Destinationen wie Vietnam, die Philippinen oder Indonesien entscheiden. Das betrifft vor allem Reisende aus China. Und Thailänder bevorzugen ebenfalls andere Gebiete zum Urlauben, sie verreisen vor allem zum Jahreswechsel am liebsten nach Japan.

Mehr Touristen durch niedrige Flugpreise und einen neuen Kreuzfahrt-Pier

Vorasit Pongkumpunt füchtet deshalb einen Preiskrieg zwischen den Hotels, das Buhlen um die restlichen Urlauber – was wiederum zu Entlassungen und anderen sozialen Folgen und Problemen führen könnte. Er schlägt deshalb eine niedrigere Flughafensteuer und vergünstigte Flugtickets vor allem in der Nebensaison im Oktober und November vor.

Zudem fordert er einen Pier, an dem Fähren und Kreuzfahrtschiffe anlegen könnten. Auf diesem Wege kommen nach wie vor 60 Prozent aller Reisenden nach Koh Samui: 62 Kreuzfahrtschiffe sollen 2020 auf der Insel halten.