Kommandeur von philippinischer Terrormiliz Abu Sayyaf getötet

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Auf den Philippinen hat die Armee einen mutmaßlichen Anführer der islamistischen Terrorgruppe Abu Sayyaf getötet. Ihm wurde unter anderem die Enthauptung des entführten deutschen Seglers Jürgen Kantner vorgeworfen.

Auf der philippinischen Ferieninsel Bohol ist bei Kämpfen zwischen Armee und Islamisten der Abu- Sayyaf-Kommandeur Muamar Askali – auch bekannt als Abu Rami – erschossen worden. Dies teilte ein Militärsprecher mit. Askali soll für die Ermordung eines Deutschen und zweier Kanadier verantwortlich sein. Der 70-jährige deutsche Segler Jürgen Kantner war im Februar enthauptet worden – offenbar, weil die Terrorgruppe kein Lösegeld erhalten hatte. Seine Partnerin Sabine Merz war Monate zuvor bei der Entführung getötet worden.

Bei dem stundenlangen Schusswechsel auf der Insel Bohol, etwa 600 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila, gab es mindestens zehn Tote. Dabei handelt es sich den Angaben zufolge um sechs mutmaßliche Terroristen, drei Soldaten und einen Polizisten. Es war das erste Mal seit Jahren, dass Kämpfer der Abu Sayyaf in eine der Touristenhochburgen der Philippinen vordrangen. Vermutet wird, dass die Terrorgruppe auf der Insel Urlauber entführen wollte.

Mindestens zehn schwerbewaffnete Kämpfer seien am Montag auf Bohol eingetroffen und mit Schnellbooten bis zu einem abgelegenen Dorf weitergefahren, sagte ein örtlicher Polizist der Nachrichtenagentur AFP. Dort hätten sie sich am Dienstag dann Gefechte mit den Sicherheitskräften geliefert.

Erst vor wenigen Tagen hatten die Botschaften der USA und Australiens ihre Bürger vor möglichen Entführungen durch „Terroristen“ auf Bohol und der benachbarten Ferieninsel Cebu gewarnt. Nach den Kämpfen richtete die örtliche Polizei inselweit Kontrollposten ein, die Sicherheitsvorkehrungen wurden für die Feriensaison weiter verschärft.

Abu Sayyaf ist seit Jahrzehnten in den Dschungel-Gebieten im Süden des Landes aktiv, die Gruppierung wird dort für zahlreiche Bombenanschläge verantwortlich gemacht. Ihren Kampf für einen eigenen Staat finanziert sie mit Entführungen. In ihrer Hand sollen sich aktuell mehr als zwei Dutzend Geiseln befinden.

Inzwischen hat Abu Sayyaf der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ die Treue geschworen. Im vergangenen Jahr überfielen Kämpfer auch immer wieder Schiffe und Fischerboote südlich ihrer Hochburg Jolo und verschleppten deren ausländische Besatzungsmitglieder, um Lösegeld zu fordern.