Sorge vor zweiter Infektionswelle belastet Börsen in Asien

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Aus Angst vor einer zweiten Infektionswelle sind die Anleger an den Börsen in Fernost am Dienstag in Deckung geblieben.
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Die Anleger befürchten, dass die Ansteckungsraten durch Lockerungen der Corona-Maßnahmen wieder ansteigen. Auch Chinas Handelsbeziehungen belasten die Märkte.

Aus Angst vor einer zweiten Infektionswelle sind die Anleger an den Börsen in Fernost am Dienstag in Deckung geblieben. In der zentralchinesischen Stadt Wuhan, wo die Coronavirus-Pandemie ihren Ursprung hatte, wurden erstmals nach Aufhebung der Restriktionen wieder fünf neue Fälle gemeldet.

Angesichts der schrittweisen Lockerung der Kontakt- und Ausgangsverbote in vielen Ländern verstärkte das die Furcht vor wieder zunehmenden Infektionszahlen. Das deutsche Robert-Koch-Institut berichtete, dass die Reproduktionsrate auf 1,1 gestiegen sei. Eine Wert über 1 bedeutet, dass sich das Virus exponentiell ausbreitet, da ein Infizierter das Virus an mehr als eine Person weitergibt. Auch Südkorea hat mit einem neuen Cluster zu kämpfen und Russland meldet eine Rekordzahl neuer Fälle binnen 24 Stunden.

„Eine Erholung an den Aktienmärkten dürfte vorerst anfällig sein, da die Märkte auf Blessuren im Finanzsystem und anderswo in der Wirtschaft achten werden, wenn die Virusinfektionen zunehmen“, mahnten die Experten von OCBC Investment Research.

In Tokio büßte der Nikkei-Index 0,1 Prozent ein auf 20.366 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,3 Prozent auf 1476 Punkte. Die chinesische Börse in Shanghai lag 0,3 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,2 Prozent. In Hongkong gab der Index 1,8 Prozent nach.

Die Märkte beobachten auch Chinas Handelsbeziehungen mit den Vereinigten Staaten und Australien. US-Präsident Donald Trump sagte am Montag, er sei gegen eine Neuverhandlung des Handelsabkommens zwischen den USA und China. Australien drängt wie die USA auf eine Untersuchung des Virusursprungs. Australische Medien berichteten, dass China im Gegenzug den Import von vier Schlachthöfen ausgesetzt habe.

Im asiatischen Devisenhandel verlor der Dollar 0,3 Prozent auf 107,37 Yen und gab 0,1 Prozent auf 7,0937 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notierte er 0,1 Prozent höher bei 0,9735 Franken. Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,0802 Dollar und notierte kaum verändert bei 1,0517 Franken. Das Pfund Sterling verlor 0,1 Prozent auf 1,2318 Dollar.