Programm der Papstreise nach Asien nimmt Züge an

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Der Pontifex reist vom 20. bis zum 23.11. in das südostasiatische Land.

Treffen mit der Cousine und einem ehemaligen Todeskandidaten


 
 
 

Der Vatikan hat Einzelheiten zu der bevorstehenden Reise von Papst Franziskus nach Thailand und Japan bekannt gegeben. Neben einem Wiedersehen mit seiner Cousine ist auch ein Treffen mit einem Rekord-Todeskandidaten geplant.

Demnach wird Iwao Hakamada, der als der am längsten in einer Todeszelle einsitzende Mensch weltweit gilt, möglicherweise mit dem Papst zusammentreffen. Die japanischen Bischöfe hätten den 83-Jährigen zu einer Messe mit Franziskus in Tokio eingeladen, sagte Vatikansprecher Matteo Bruni am Freitag. Eine private Begegnung sei indessen nicht im Programm vorgesehen, sagte Bruni. Der frühere Profi-Boxer Hakamada war 1968 wegen Raubmordes verurteilt worden und verbrachte 46 Jahre in einer Todeszelle, bis er 2014 nach einem DNA-Test als unschuldig entlassen wurde. Papst Franziskus gilt als strikter Gegner der Todesstrafe. Im August 2018 änderte er die katholische Lehre dahingehend, dass er die Todesstrafe unter allen Umständen für moralisch unzulässig erklärte.

Cousine als Übersetzerin

Während des Papstbesuchs in Bangkok wird eine Cousine von Franziskus, Ana Rosa Sivori, dem Kirchenoberhaupt als Übersetzerin zur Verfügung stehen. Die 77-jährige Ordensfrau aus Buenos Aires lebt seit vier Jahrzehnten in Thailand.

Ziel der am Dienstag beginnenden einwöchigen Pastoralreise sei die Stärkung der kleinen katholischen Gemeinden, die zwischen unterschiedlichen Traditionen und Religionen lebe, sagte Bruni. In Thailand wie in Japan finde sich die christliche Minderheit auch vor einer Säkularisierung wieder, die in Japan vielleicht früher eingesetzt habe als im Westen. In beiden Ländern beträgt der Katholikenanteil nach Vatikanangaben deutlich weniger als ein Prozent.

Nach Worten des Vatikansprechers wird es weiter um den Dialog der Religionen gehen, vor allem mit den Buddhisten, aber auch mit Shintoisten, Sikh und Muslimen. Drittes zentrales Thema der Reise und ein „roter Faden“ der Pontifikate seit Beginn des 20. Jahrhunderts sei der Frieden. Bruni verwies auf Stationen des Papstes in Nagasaki und Hiroshima. Dort will Franziskus eine Botschaft gegen Nuklearwaffen verkünden und an einem interreligiösen Friedenstreffen teilnehmen.

Die 32. Auslandsreise des Papstes

Es handelt sich um die 32. Auslandsreise des Papstes. Vorgesehen sind 18 Reden, die Franziskus in seiner Muttersprache Spanisch hält. Auf dem offiziellen Programm stehen Treffen mit dem Oberhaupt der buddhistischen Mönche Ariyavongsagatanana IX. und mit König Maha Vajiralongkorn. In Tokio wird das Kirchenoberhaupt von Kaiser Naruhito empfangen.

Am Rand einer Veranstaltung in Nagasaki wird Franziskus die Witwe und den Sohn des US-amerikanischen Kriegsfotografen Joe O’Donnell (1922-2007) begrüßen, der die Folgen der Atombombenabwürfe dokumentierte. Zu der rund 30-köpfigen päpstlichen Delegation gehört auch ein Kalligraf aus dem vatikanischen Staatssekretariat.