Krawalle und Tränengas in Hongkong

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Krawalle und Tränengas in Hongkong

 
 
 

In Hongkong haben Aktivisten ihren Dauerprotest vor den Feierlichkeiten zum 70. Gründungsjubiläum der Volksrepublik China fortgesetzt. Und wieder gibt es Zusammenstöße mit der Polizei.

Nach einem Aufruf zu neuen Protesten starteten Aktivisten im Einkaufsviertel Causeway Bay einen Protestzug. Es ist eine von drei Aktionen, die die Hongkonger Protestbewegung für diesen Sonntag in der chinesischen Sonderverwaltungszone geplant hat. Darunter ein sogenannter Marsch gegen Totalitarismus, der Teil einer weltweiten Kampagne ist, aber von der Polizei nicht genehmigt wurde. Als sich mehrere tausend Menschen trotzdem im Viertel Causeway Bay versammelten, war die Polizeipräsenz schon massiv.

Die Polizei durchsuchte mehrere Passanten. Es gab einzelne Festnahmen. Die Beamten wurden daraufhin von wütenden Demonstranten bedrängt, die in Sprechchören skandierten „korrupte Polizisten“. Radikale Aktivisten warfen Wasserflaschen und andere Gegenstände auf die Beamten. Die Sicherheitskräfte gingen mit Wasserwerfern, Tränengas und Pfefferspray gegen Demonstranten vor.

Bei der zweiten für heute geplanten Protestaktion, einer „Einkaufstour“ im Einkaufszentrum Festival Walk in Kowloon Tong gab es auch gezielte Aktionen gegen Geschäfte, die als pekingfreundlich gelten. Zudem wollen Schüler in Tsuen Wan nahe der Grenze zu China demonstrieren.

Schon am Samstag war es bei Protesten in Hongkong erneut zu Zusammenstößen gekommen. Zehntausende Hongkonger waren am Abend zum fünften Jahrestag der sogenannten Regenschirm-Proteste auf die Straße gegangen. Die Demonstranten, darunter viele Familien, versammelten sich im Tamar-Park am Hafen, um an die Proteste der „Regenschirm-Bewegung“ für mehr Demokratie in der chinesischen Sonderverwaltungszone vor fünf Jahren zu erinnern. Anhänger der „Regenschirm-Bewegung“ hatten das Gelände im Jahr 2014 als Teil ihrer Demokratieproteste wochenlang besetzt, ohne China jedoch Zugeständnisse für mehr Freiheiten abringen zu können. Am Rande der friedlichen Massenkundgebung warfen einige radikale Demonstranten Steine und Molotow-Cocktails. Die Polizei setzte Tränengas, Wasserwerfer und Pfefferspray ein.

Die Aktivisten der Hongkonger Demokratie-Bewegung gehen seit fast vier Monaten gegen die Einschränkung demokratischer Rechte durch China auf die Straße. Mit einem am Freitag gestarteten auf vier Tage angelegten Dauerprotest wollen die Aktivisten ein Zeichen gegen Peking setzen – vor den Feierlichkeiten zum 70. Gründungsjubiläum der Volksrepublik China am Dienstag.