„Economist“-Ranking: Die sichersten Städte der Welt liegen in Asien

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Wie hoch ist die Kriminalität? Welchen Risiken sind Fußgänger ausgesetzt? Forscher haben Städte auf der ganzen Welt auf ihre Sicherheit untersucht. In die Top 20 schaffte es nur eine deutsche Stadt.

Tokio ist die sicherste Stadt der Welt. Das geht aus dem Safe Cities Index 2019 hervor, einer Analyse des britischen Forschungsinstituts The Economist Intelligence Unit (EIU). Damit belegt Japans Hauptstadt den Spitzenplatz zum dritten Mal in Folge. Platz zwei und drei belegen mit Singapur und Osaka ebenfalls asiatische Metropolen. In die Top 20 hat es nur eine deutsche Stadt geschafft: Frankfurt am Main.

Dutzende Kriterien wurden unter die Lupe genommen, um Städte auf der ganzen Welt zu bewerten. Im Großen und Ganzen ging es um Sicherheit in den Bereichen

Digitales,
Gesundheit,
Infrastruktur sowie
die persönliche Sicherheit.

Vor allem die letzten beiden Punkt spielen für Städtereisende eine große Rolle. Mit Infrastruktursicherheit sei auch gemeint, wie verletzlich eine Stadt bei Terrorangriffen sei, heißt es im EIU-Bericht. Zu den ausgewerteten Indikatoren zählen unter anderem die Sicherheit der Transportmittel sowie die Fußgängerfreundlichkeit. Auch die Qualität der Verkehrsmittel wurde bewertet.

Der Aspekt persönliche Sicherheit hinterfrage, wie stark die Menschen in den Städten durch Kriminalität, Gewalt und Naturkatastrophen gefährdet sind, geben die Forscher an. Sie analysierten neben dem polizeilichen Engagement vor Ort auch private Sicherheitsmaßnahmen, die politische Stabilität und die Kriminalität auf der Straße. Zudem wurden Methoden zur Gefahrenüberwachung untersucht.

Diese Städte haben insgesamt am besten abgeschnitten:

Die sichersten Städte 2019

Rang Stadt Punkte
1 Tokio 92,0
2 Singapur 91,5
3 Osaka 90,9
4 Amsterdam 88,0
5 Sydney 87,9
6 Toronto 87,8
7 Washington DC 87,6
8 Kopenhagen 87,4
8 Seoul 87,4
10 Melbourne 87,3
11 Chicago 86,7
12 Stockholm 86,5
13 San Francisco 85,9
14 London 85,7
15 New York 85,5
16 Frankfurt 85,4
17 Los Angeles 85,2
18 Wellington 84,5
18 Zürich 84,5
20 Hongkong 83,7

Quelle: The Economist Intelligence Unit

Betrachtet man nur den Aspekt der persönlichen Sicherheit, dann landen noch mehr europäische Städte in der Top 20: Kopenhagen ist in dieser Hinsicht nach Spitzenreiter Singapur die Nummer zwei. Doch auch Stockholm (Platz 6), Amsterdam (9), Zürich (13), Frankfurt (14), Brüssel (17), Madrid (18) und Barcelona (19) schneiden gut ab.

Tokio liegt vor allem in den Feldern Digitales und Gesundheit ganz oben in der Bestenliste. „Wir haben in den vergangenen Jahren viel in Sachen Sicherheit getan und Initiativen vorangetrieben“, sagt Tokios Gouverneur Yuriko Koike der EIU. Es sei schlichtweg unumgänglich, dass die Stadt ihre Bürger besonders gut vor Naturkatastrophen schützt. Man müsse bedenken, so Koike, dass Tokio ein großes Erdbebenrisiko hat.

Risiko Klimawandel

„Wir sind außerdem Zeugen des Klimawandels auf der ganzen Welt“, sagt Koike. „Im vergangenen Jahr hatten wir in Japan mit schweren Regenfällen zu tun. Überflutungen haben zu Erdrutschen geführt, Menschen sind dabei gestorben.“ Tokio sei von mehreren Flüssen umgeben, das müsse man bei der Planung von Infrastrukturmaßnahmen berücksichtigen. Um Überflutungen in Tokio vorzubeugen, hat die Stadt zum Beispiel ein unterirdisches Reservoir gebaut.

Das EIU ist das Forschungsinstitut der britischen Economist Group, einem Schwesterunternehmen der britischen Wochenzeitung „The Economist“. Seit mehr als 70 Jahren führt es Marktanalysen durch, in denen es eigenen Angaben zufolge um die Chancen und Risiken in einer sich verändernden Welt geht.

Beteiligt an der Analyse war ein multinationales Team aus unter anderem Cyberforschern, Experten aus den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Stadtentwicklung sowie Politikern – etwa Emmanuel Gregoire, stellvertretender Bürgermeister von Paris.