Asien spürt den Greta-Effekt kein bisschen

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Als Reaktion auf die steigende Nachfrage nach Flugreisen wird in Singapur der Flughafen ausgebaut.

 
 
 

Fliegen ist für viele Asiaten erschwinglich geworden. Dies auch wegen der preiswerten Angebote zahlreicher Billiganbieter.

Kürzlich auf dem Lion-Air-Flug von Kuala Lumpur nach Jakarta waren alle 189 Sitze der guten alten Boeing 737 ausgebucht. Kein Wunder bei einem Preis von 67 Singapur-Dollar. Bedenken, dass unter solchen Bedingungen der nächste Absturz wohl nur eine Frage der Zeit ist, gehen im Flugrausch, den Asien bereits seit geraumer Zeit erlebt, unter.

In Europa diskutiert man über den Klimaschutz und erörtert den Greta-Effekt. Hierzulande wachsen die Passagierzahlen immer noch um 7 bis 8%. In Südostasien, wo die Fahrt mit dem Zug keine und die Busfahrt eine schlechte Alternative ist, wurden 2008 rund 200 Mio. Sitzplätze in Flugzeugen angeboten; heute sind es 530 Mio. Die Hälfte davon entfällt auf Billiganbieter wie Lion Air, Jetstar oder Air Asia. Bis in zehn Jahren werden sich die Zahlen nochmals verdoppeln.

Solche Prognosen machen schwindlig. Zürich weist eine Frequenz von jährlich gut 20 Mio. Passagieren aus. In Singapur bereitet man sich mit dem Bau des fünften Terminals auf 100 Mio. vor. Von Peking bis Jakarta entstehen derzeit neue Flughäfen, Terminals und Airlines, was darauf hindeutet, dass das Wachstum des Flugverkehrs in Asien fast keine Grenzen kennt. In der Nähe der thailändischen Hauptstadt Bangkok zum Beispiel werden auf drei Flughäfen Kapazitätserweiterungen für bis zu 125 Mio. Fluggäste vorangetrieben. Die Funktion als Hub ergibt sich aus der geografischen Lage. Im Radius einer Flugzeit von vier Stunden leben 3 Mrd. Menschen.

China, Indien und Indonesien – das sind jene drei Länder, die gemäss einer Projektion von PwC in dreissig Jahren neben den USA zu den vier weltweit grössten Volkswirtschaften gehören werden. Überdurchschnittlich stark wird in diesen Ländern der Mittelstand wachsen. Die frühen Slogans der Discounter wie «We make people fly» sowie «Now everyone can fly» werden somit auf Jahre hinaus gültig bleiben.