Bier-Börsengang in Asien wird größter IPO des Jahres

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Zum weltgrößte Brauereikonzern gehören Marken wie Budweiser, Corona oder Stella Artois.

 
 
 

Anheuser-Busch bringt sein Asiengeschäft an die Börse und könnte knapp zehn Milliarden Dollar einnehmen. Es wäre der größte Börsengang des Jahres.

Düsseldorf. Der weltgrößte Bierbrauer Anheuser-Busch bringt sein Asiengeschäft in Hongkong an die Börse. Der belgische Konzern, zu dem Marken wie Budweiser, Corona und Stella Artois gehören, will dabei bis zu 9,8 Milliarden Dollar einnehmen, wie mehrere Medien übereinstimmend mit Verweis auf die Börsenunterlagen berichten. Das wäre der weltweit größte Börsengang des Jahres.

Anheuser-Busch wollte die Informationen zunächst nicht kommentieren. Allerdings hatte der Konzern bereits Anfang Mai entsprechende Überlegungen bestätigt. Ein Börsengang werde Zukäufe ermöglichen, um einen „lokalen Champion“ zu schaffen, sagte Finanzvorstand Felipe Dutra damals.

Als Termin für das Börsendebüt in Hongkong wird in den Unterlagen der 19. Juli genannt. Die Aktien werden in einer Preisspanne zwischen 40 und 47 Hongkong-Dollar (umgerechnet zwischen 5,13 und 6,02 US-Dollar) pro Stück angeboten. Nach dem Gang aufs Parkett könnte das Asiengeschäft, die Budweiser Brewing Company APAC, auf einen Börsenwert von 63,7 Milliarden Dollar kommen. Die Analysten von Jefferies hatten Anfang Mai eine Bewertung von 40 bis 50 Milliarden Dollar für angemessen gehalten.

Bewegt sich der Ausgabepreis letztendlich am oberen Ende der Preisspanne, wäre es der größte IPO eines Lebensmittel- und Getränkeherstellers. Den bisherigen Rekord hält laut Finanzplattform Dealogic der Konzern Kraft Food, der 2015 in Kraft Heinz überging und im Jahr 2001 bei seinem Börsendebüt 8,68 Milliarden Dollar eingenommen hatte.

Wenn die Aktien am unteren Ende der Preisspanne ausgegeben werden sollten, wäre das noch immer der größte Börsengang des Jahres. Der bislang größte IPO 2019 war der des Fahrdienstvermittlers Uber mit Einnahmen von 8,1 Milliarden Dollar. Die Aktie von Anheuser-Busch legte nach Veröffentlichung der Pläne am Dienstagmorgen in Brüssel 1,6 Prozent zu. Auf Jahressicht beträgt das Plus 38 Prozent.

Eine Notierung in Hongkong könnte zu einer besseren Position in der Wachstumsregion Asien-Pazifik führen. Das ist insofern bedeutsam, als das Biergeschäft anderswo stagniert. Analyst Nico von Stackelberg von der Investmentbank Liberum schrieb, das Unternehmen schaffe durch die Emission die Grundlage für Übernahmen asiatischer Brauereien wie Thai-Bev.

Im vergangenen Jahr entfielen bei Anheuser-Busch auf die Region Asien-Pazifik rund 18 Prozent der Bierverkäufe und 14 Prozent des bereinigten operativen Gewinns. Der Umsatz belief sich dort auf knapp 8,5 Milliarden Dollar.

Mit den Einnahmen aus dem Börsengang könnte der Konzern auch den Abbau des riesigen Schuldenbergs vorantreiben, auf dem die Brauerei seit der 100 Milliarden Dollar schweren Übernahme seines größten Rivalen SAB-Miller im Jahr 2016 sitzt. S&P Global Ratings hatte im März bekanntgegeben, dass man die Bonitätsnote der Brauerei herabsetzen könnte. Zuvor hatte bereits Moodys das Unternehmen Ende letzten Jahres um eine Stufe herabgestuft.

Für den Finanzplatz Hongkong wiederum wäre Börsengang ein willkommener Schub. Er liegt in diesem Jahr in der IPO-Statistik noch hinter der New Yorker Börse und der Nasdaq.