Asien kämpft mit extremer Hitze — manche Regionen könnten zu heiß für Menschen werden

0
366
Eine verheerende Dürre hat in der indischen Stadt Chennai beinahe eine Wasserkrise verursacht.

 
 
 

Indien hat mit heftigen Hitzewellen zu kämpfen, die bereits mehr als 100 Menschenleben gefordert haben. Experten warnen, dass Teile des Landes sowie des Nachbarstaates Bangladesch so heiß werden könnten, dass Menschen dort nicht mehr überlebensfähig sind.

Manche Regionen Indiens haben im Juni 50 Grad Celsius erreicht — das sind drei Grad mehr als das, was das indische Meteorologische Institut als „schwere“ Hitzewelle einstuft.

Der US-amerikanische Fernsehsender CNN hat berichtet, dass eine Reihe von Hitzewellen in diesem Sommer landesweit mehr als 100 Menschen getötet hat.

Experten haben bereits vorhergesagt, dass steigende globale Temperaturen dazu führen könnten, dass Teile Indiens bis zum Ende des Jahrhunderts zu heiß für Menschen werden könnten.

Eine Studie von Forschern des MIT aus dem Jahr 2017 hat gezeigt, dass, wenn der Klimawandel in seinem derzeitigen Tempo voranschreitet, Hitzewellen bis 2100 so heiß und feucht werden könnten, dass der Mensch in Teilen des Landes nicht mehr überleben kann.

Der MIT-Professor Elfatih Eltahir hat der Thompson Reuters Foundation damals erklärt: „Wenn man wie gewohnt weitermacht, besteht die Gefahr, dass extrem tödliche Hitzewellen entstehen.“

Die Studie des MIT macht außerdem deutlich, dass 70 Prozent der indischen Bevölkerung, also über eine Milliarde Menschen, bis 2100 extremer Hitze und Feuchtigkeit ausgesetzt sein werden.

Die Forscher erklären, dass Temperaturen in einigen Teilen des Landes „voraussichtlich die Überlebensgrenze überschreiten werden“.

Laut CNN hat Delhi, der Bundesstaat mit der indischen Hauptstadt Neu-Delhi, im Juni mit 48 Grad Celsius seine bisher höchste Temperatur gemessen. Und Bihar, ein Staat in Ostindien, war gezwungen, Schulen und Universitäten zu schließen, um mit der Juni-Hitze fertig zu werden.

Die MIT-Studie hat außerdem gezeigt, dass auch Regionen in Pakistan und Bangladesch Temperaturen erreichen könnten, die der Mensch nicht mehr überlebt. Davon wären mehr als 1,5 Milliarden Menschen betroffen, die Nahrungsmittelproduktion würde stark beeinträchtigt werden.

Indien hat das Pariser Klimaabkommen 2015 unterzeichnet und sich verpflichtet, seine Treibhausgasemissionen zu reduzieren.

Eun Soon von der Hong Kong University, die an der MIT-Studie beteiligt war, hat CNN erklärt: „Wenn wir die Treibhausgase weiterhin im derzeitigen Umfang produzieren, wird eine der bevölkerungsreichsten Regionen der Welt das hohe Risiko der tödlichen Hitzewelle nicht vermeiden können und die Obergrenze der menschlichen Hitzetoleranz überschreiten.“