Rettungsversuch für 15 Bergarbeiter in Indien

0
1205

 
 
 

Seit fast drei Wochen sind die jungen Arbeiter in einer überfluteten Mine eingeschlossen. Alle Rettungsversuche scheiterten. Nun sollen Taucher und schweres Gerät dabei helfen, sie zu retten oder zumindest zu bergen.

Das Bangen geht weiter: Leben die 15 jungen Minenarbeiter noch oder wird man nur ihre Leichen bergen können? Die jungen Männer im Alter von 18 bis 20 Jahren sitzen fest, seit die illegale Mine im Bezirk East Jaintia Hills am 13. Dezember von Wasser aus einem nahen Fluss überschwemmt worden war.

„Der Vorfall ist jetzt 17 Tage her und die Chancen, noch Überlebende zu finden, stehen schlecht. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf“, sagte der Katastrophenminister des nordöstlichen Bundesstaates Meghalaya, Kyrmen Shylla, der Deutschen Presse-Agentur am Telefon.

Die Taucher sowie Ingenieure hätten inzwischen den Unglücksort erreicht. Mit zehn Hochleistungspumpen soll nun Wasser aus dem Schacht entfernt werden, damit die Taucher ihre Suche starten können. Der Abschluss der Rettungsaktion könne bis zu einer Woche dauern, sagte ein Ingenieur dem indischen Fernsehsender NDTV.

Drei Helme – die einzige Spur

Die Rettungsaktion war am vergangenen Dienstag ins Stocken gekommen, weil die bisher eingesetzten Pumpen nicht stark genug waren, um die Wassermassen zu bewältigen. Laut NDTV haben Rettungsleute bisher nicht mehr als drei Helme gefunden.

Es ist nicht das erste Mal, dass Arbeiter im illegalen Bergbau in der Region in einer Mine eingeschlossen sind. Schon 2012 waren so mindestens 15 Bergarbeiter im Bezirk South Garo Hills ums Leben gekommen. Ihre Leichen wurden nie geborgen.

Gefährliche Kohleförderung mit dürftigen Mitteln

Eigentlich dürfen seit 2014 im indischen Bundesstaat Meghalaya keine Kohlebergwerke ohne behördliche Genehmigung errichtet werden. Umweltaktivisten hatten vor Gericht erfolgreich gegen die Umweltverschmutzung durch die Minen geklagt und mangelnde Sicherheitsvorkehrungen moniert. Viele Minenbesitzer legten allerdings Berufung am Obersten Gerichtshof Indiens ein, sodass gefährlichen Minen in der Praxis oft noch weiterbetrieben werden.

Dabei fördern Bewohner aus den Dörfern rund um die Mine die Kohle oft ohne viel Technik oder Gerät. Manchmal werden Löcher in die Seite eines Hügel gebohrt und dann kleine horizontale Tunnel gegraben, um an die Kohleflöze heranzukommen. Oder die Arbeiter, einschließlich Kinder, steigen Hunderte von Metern auf Bambusleitern in ausgehobene Schächte hinunter.

Vorheriger ArtikelSchuhhandel: Deichmann wagt den Sprung nach China
Nächster ArtikelBest Western expandiert in Asien