Die beiden in Myanmar festgenommenen Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters sind nun offiziell angeklagt worden. Ihnen drohen drakonische Strafen. Eine internationale Koalition fordert ihre Freilassung.


Das entsprechende Gesetz stammt aus dem Jahr 1923 und es könnte die beiden in Myanmar inhaftierten Reuters-Reporter für 14 Jahre ins Gefängnis bringen: Die einheimischen Reuters-Reporter Wa Lone und Kyaw Soe Oo sind nun offiziell unter Berufung auf ein aus der britischen Kolonialzeit stammendes Gesetz zu Staatsgeheimnissen offiziell angeklagt worden. Ein Gericht in Rangun habe die Klage angenommen, sagte einer der Anwälte der Männer. Die Anwälte hätten eine Freilassung auf Kaution beantragt. Darüber werde in der nächsten Anhörung am 23. Januar entschieden.


Wa Lone und Kyaw Soe Oo wurden am 12. Dezember festgenommen. Dem Informationsministerium zufolge wird ihnen „illegale Informationsbeschaffung mit dem Ziel der Weitergabe an ausländische Medien“ angelastet.


Die Journalisten hatten an einer Geschichte über das Vorgehen des Militärs gegen die muslimische Minderheit der Rohingya gearbeitet. Sie sollen angeblich Unterlagen zu Militäroperationen in der Krisenregion Rakhine besessen haben.


Die beiden Journalisten sagten Ende Dezember, dass sie nicht misshandelt wurden. „Die Lage ist okay“, sagte Wa Lone nach der damaligen Gerichtsanhörung, bei der sie erstmals seit ihrer Festnahme Familienmitglieder und Anwälte treffen konnten. „Wir haben weder gegen das Mediengesetz noch gegen die Ethik verstoßen. Wir werden weiterhin unser Bestes geben.“


Ein Reuters-Sprecher forderte damals die Freilassung. „Diese beiden Journalisten werden dafür festgehalten, dass sie ihre Arbeit gemacht haben“, sagte der Sprecher. „Es ist an der Zeit, dass Wa Lone und Kyaw Soe Oo freigelassen werden.“


Auch die Regierungen der USA, von Großbritannien, Kanada und anderer Länder haben ebenso wie Vertreter der Vereinten Nationen und der Europäischen Union die Freilassung der beiden gefordert.


Seit August sind etwa 655.000 Rohingya aus dem überwiegend buddhistisch geprägten Myanmar nach Bangladesch geflohen. Auslöser sollen Angriffe von militanten Rohingya auf Armeeposten gewesen sein, woraufhin das Militär massiv gegen die Bevölkerungsgruppe zurückschlug. Die UN hatten das ein Beispiel für „ethnische Säuberungen“ genannt.