Öffentlicher Prozess: Zehn Menschen in China in Sportstadion zum Tode verurteilt

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Todesstrafen-Verkündung als Event: In China haben Richter mehrere Angeklagte vor einer großen Menschenmenge verurteilt – in einem Stadion.

Ein chinesisches Gericht hat zehn Menschen vor Tausenden Zuschauern in einem Sportstadion zum Tode verurteilt. Direkt im Anschluss seien sie zu ihrer Hinrichtung gebracht worden, berichtete der „Guardian“. Die Bewohner von Lufeng in der Provinz Guangdong waren demnach über soziale Medien zu dem öffentlichen Prozess eingeladen worden.

Sieben der Angeklagten seien wegen Drogendelikten verurteilt worden, die anderen wegen Mord und Raub. Ein Video von dem Prozess zeigt, wie die Angeklagten unter Sirenengeheul auf der Ladefläche von Polizei-Trucks in das Stadion gebracht wurden.

Begleitet von jeweils vier Polizisten wurden sie demnach einzeln zu einem Podest gebracht, wo sie ihr Urteil erfuhren. Im Publikum sollen auch Schüler gewesen sein, manche Zuschauer filmten die Ereignisse mit ihren Smartphones.

Laut Amnesty International richtet China mehr Menschen hin, als alle anderen Länder der Welt zusammen. Im Jahr 2016 soll es mehr als tausend Exekutionen gegeben haben. Diese Daten beruhen aber auf Schätzungen, da Informationen zur Todesstrafe von dem Land nicht veröffentlicht werden.

Öffentliche Gerichtsverfahren sind laut dem Bericht des „Guardian“ eher selten, jedoch auch keine Einzelfälle. Vor fünf Monaten soll in Lufeng ein Verfahren wie das aktuelle auf dieselbe Weise abgelaufen sein. Damals seien acht Personen zum Tode verurteilt worden.