Die myanmarische Regierung hat zwei Journalisten festgenommen. Sie arbeiteten an einer Geschichte über das Vorgehen des Militärs gegen die Rohingya.


Die Vereinten Nationen und das Europaparlament haben die Regierung von Myanmar aufgerufen, zwei dort verhaftete Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters freizulassen. Parlamentspräsident Antonio Tajani forderte auf dem EU-Gipfel in Brüssel eine Untersuchung des Falls. Das Land müsse die Menschenrechte und die Pressefreiheit respektieren. „Ich hoffe, dass die Behörden von Myanmar sie so schnell möglich wieder freilassen“, sagte er. Auch die Vereinten Nationen kritisierten die Festnahme der Reporter. Die internationale Gemeinschaft müsse alles in ihrer Macht Stehende tun, um die Freilassung der Reporter zu erreichen, forderte UN-Generalsekretär António Guterres.


Die beiden myanmarischen Reuters-Reporter Wa Lone und Kyaw Soe Oo waren diese Woche von der Polizei in Myanmar verhaftet worden. Das Informationsministerium des Landes teilte mit, dass den Korrespondenten „illegale Informationsbeschaffung mit dem Ziel der Weitergabe an ausländische Medien“ angelastet werde. Darauf steht eine Freiheitsstrafe von bis zu 14 Jahren. Die Journalisten hatten an einer Geschichte über das Vorgehen des Militärs gegen die muslimische Minderheit der Rohingya gearbeitet.


Die muslimischen Rohingya werden in Myanmar systematisch verfolgt. Im August dieses Jahres war der Konflikt zwischen den Rohingya und der überwiegend buddhistischen Bevölkerung eskaliert. Seit dem Aufstand von Rohingya-Extremisten, die Armeeposten angegriffen hatten, geht das Militär verstärkt gegen die Minderheit vor. Hunderte Menschen wurden getötet, ganze Dörfer niedergebrannt. Seitdem sind etwa 600.000 Rohingya aus Myanmar nach Bangladesch geflohen. Die Vereinten Nationen und mehrere Staaten werfen der Armee des überwiegend buddhistischen Landes im Konflikt mit den Extremisten ethnische Säuberungen vor. Ende November kündigte die Regierung Myanmars an, die Rückkehr der Gruppe im kommenden Jahr zu erlauben.


Friedensnobelpreisträgerin und De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi wird vorgeworfen, sich nicht um die Belange der Rohingya zu kümmern und der Gewalt des Militärs nicht Einhalt geboten zu haben. Monatelang hatte sie zu dem Konflikt geschwiegen. Erst im November reiste sie in die Krisenregion.






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