Nach dem nordkoreanischen Test einer neuen Interkontinentalrakete fordern die USA von China den Stopp der Öllieferungen an das Nachbarland. Alle anderen Länder sollen ihre diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit Pjongjang beenden.


(dpa) Nach dem nordkoreanischen Test einer neuen Interkontinentalrakete haben die USA China aufgefordert, seine Öllieferungen an das benachbarte Nordkorea zu stoppen. «China muss mehr tun», sagte Uno-Botschafterin Nikki Haley in einer Sitzung des Sicherheitsrats am Mittwoch (Ortszeit). Chinas Präsident Xi Jinping habe die Chance, «das Richtige zum Vorteil aller Länder zu tun». Andernfalls könnten die USA die «Öl-Situation selbst in die Hand nehmen».


Konkrete Schritte als Reaktion auf den Test beschloss der Rat nicht. Die Ratsmitglieder hatten die Lieferungen von Mineralölerzeugnissen wie Benzin, Diesel und Schweröl an Nordkorea im September bereits gedeckelt. Das Land bezieht nach amerikanischen Angaben jährlich aber weiterhin rund vier Millionen Barrel Rohöl aus dem Ausland – der Grossteil kommt aus China. Dessen stellvertretender Uno-Botschafter Wu Haitao ging auf Haleys Forderung nicht ein. Wu forderte angesichts der «ernsten Lage auf der Koreanischen Halbinsel» lediglich zur «Zurückhaltung» und zu einer raschen Rückkehr zum Dialog auf.


Im März 2003 hatte China seine Öllieferungen an das Nachbarland schon einmal für drei Tage gestoppt, um das Land für einen Raketentest zu bestrafen. Einige Monate später nahm Nordkorea mit den USA an Sechs-Parteien-Gesprächen teil. Diese Episode ist Haley zufolge ein Beleg dafür, dass der «internationale Paria» mit Öl als Druckmittel auch diesmal an den Verhandlungstisch gebracht werden kann.


Alle Länder sollen Verbindungen kappen


Haley forderte alle Länder der Welt auf, sämtliche Verbindungen in den Bereichen Militär, Wissenschaft, Technik und Handel mit Nordkorea zu kappen. Mehr als 20 Länder hätten ihre diplomatischen Beziehungen mit dem Land bereits begrenzt oder beendet, sagte Haley.


Die USA hatten am Mittwoch auch das Auswärtige Amt in Berlin aufgefordert, den deutschen Botschafter aus Nordkorea abzuziehen. Die Bundesrepublik wird dort vom Diplomaten Thomas Schäfer vertreten und erhält den diplomatischen Kontakt anders als andere Staaten bisher aufrecht.


Nordkorea hatte am Mittwoch die neuartige Rakete des Typs Hwasong-15 getestet und ist nach Angaben der Führung in Pjongjang nun in der Lage, das gesamte Festland der USA mit Atomsprengköpfen anzugreifen. Es war der 19. Raketentest in diesem Jahr, im September hatte Nordkorea zudem zum sechsten Mal einen Atomtest durchgeführt.


«Dieser Start ist absolut inakzeptabel», sagte Japans Uno-Botschafter Koro Bessho im Sicherheitsrat mit Blick auf den Raketentest. «Wir haben Glück, dass niemand verletzt wurde.»


«Wir haben nie den Krieg mit Nordkorea gesucht und suchen ihn heute noch immer nicht», sagte Haley. Sollte der Krieg tatsächlich ausbrechen, seien die «wiederholten Aggressionen» Nordkoreas der Grund dafür. Sollte es so weit kommen, würde die Führung in Pjongjang «absolut zerstört», sagte Haley. Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte bereits bei seinem ersten Auftritt vor der Uno im September Nordkorea mit der «völligen Zerstörung» gedroht.


Südkoreas Uno-Botschafter Cho Tae-yul sagte, es gebe immer noch eine wenn auch kleine Chance, den Konflikt friedlich zu lösen.






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