Ranjan Jha, Chef von Singapore Airlines Schweiz, über das neue Premium-Angebot, schlaflose Nächte wegen der Konkurrenz und die Sehnsucht nach Schnee.


Welchen Platz im Flugzeug hatten Sie gebucht, als Sie in die Schweiz übersiedelten?
Das war an einem Sonntag im September 2014. Meine Frau, unsere beiden kleinen Mädchen und ich sassen in der Economy-Klasse – und wir erlebten den schönsten Flug unseres Lebens.


Tatsächlich?
Dort, wo ich herkomme, im Fernen Osten, gibt es keine Jahreszeiten, nur wechselhaftes Wetter – entweder Regen oder Sonne. So ist uns nach der Landung in Zürich zuerst diese kristallklare Herbstluft aufgefallen – und dann die Schönheit der Landschaften. Und ein Land, in dem alles so effizient organisiert ist. Das Gefühl, hier gelandet zu sein, hier leben zu dürfen – wunderbar!


Obwohl sie gerade einen Langstreckenflug in der «Holzklasse» überstanden hatten …
Bei uns reisen auch Economy-Passagiere komfortabel. Besonders unsere Kinder hatten ihre Freude am Unterhaltungsangebot mit Spielen und Filmen, und auch wir konnten unsere Lieblingsfilme sehen. Ein Langstreckenflug ist für uns mittlerweile angenehme Routine.


Im Airbus A 380 führen Sie im Hochpreissegment das «fliegende Hotelzimmer» ein, eine neue Version der Suiten. Wie teuer ist das? Und wer kann es sich leisten?
Der Preis ist vor allem eine Frage der Auslastung. Gelegentlich kann man auch von Sonderangeboten profitieren und rund 1000 Franken einsparen. Wenn die Konstellation günstig ist, fliegt man für rund 500 Franken in der Economy, für knapp 3000 in der Businessclass und für 5000 in einer Suite nach Singapur fliegen. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot liegt ein ungefährer Faktor zehn. Passagiere, die in den Suiten fliegen, sind oft Manager aus dem Finanzsektor, Start-up-Unternehmer im IT-Bereich oder amerikanische Filmstars.


Wann werden Schweizer Passagiere die Möglichkeit haben, den Flug in den neuen Suiten zu erleben?
In den fünf neuen A-380-Flugzeugen, die bald ausgeliefert werden, sind die neuen Suiten bereits vorhanden – eines davon wird ab Sommer 2018 auch Zürich bedienen; die anderen vierzehn A 380 werden kontinuierlich nachgerüstet.


British Airways investiert 6 Milliarden Franken in den Ausbau des Premium-Bereichs, und auch Emirates will die Boeing-777-Flotte mit Suiten ausstatten. Setzt Singapore Airlines einen Trend?
Das sieht vielleicht so aus. Aber wir richten uns nicht nach der Konkurrenz; wir orientieren uns ausschliesslich am Bedürfnis der Kundschaft. In den letzten fünf Jahren haben wir die Gestaltung unserer neuen Sitze so lange getestet und optimiert, bis das Feedback stimmte. Wir betrachten uns als Vorreiter in der Innovation von Kabinenprodukten. Immerhin haben wir als erste Airline vor zehn Jahren bereits die Suite in der A380 eingeführt, die mittlerweile andere kopiert haben.


Was tun Sie, um den Ausstoss der Schadstoffe zu reduzieren?
Bei der Ökobilanz haben wir mit unserer modernen Flugzeugflotte schon immer eine führende Rolle gespielt. Zur Schonung des Klimas tragen auch die Anstrengungen bei, den Komfort zu verbessern. Wenn wir Sitze gestalten, die möglichst leicht sind, sparen wir auch Gewicht. Und damit Treibstoff.


Die staatlich subventionierte Konkurrenz vom Golf – Emirates, Katar Airways, Etihad – macht Ihnen das Geschäft im Fernen Osten und im südlichen Pazifik streitig. Wie kann man in dieser dünnen Luft überleben?
Das ist die Frage, die uns permanent schlaflose Nächte bereitet. Singapur ist nur ein kleiner Stadtstaat, wir haben keinen grossen Heimmarkt; dennoch sind wir die wichtigste Drehscheibe im Fernen Osten. Wir versuchen, mit flexibler Strategie und dem Einsatz modernster Technik unsere Stellung zu behaupten, mit den Tochtergesellschaften Silk Air und Scoot können wir das Streckennetz so flexibel gestalten, dass wir den Marktanforderungen gerecht werden.


Unter den Menüs, die Ihre Küchenchefs neu im Premium-Bereich kreieren, ist uns das Rinderfilet mit Bärlauchkruste an Gänselebersauce aufgefallen.


Tönt doch lecker.


Viele Schweizer Passagiere werden das Gericht nicht goutieren, weil Gänseleber oft tierquälerisch hergestellt wird. Die umstrittene Gänsemast ist in der Schweiz verboten, nicht aber der Import.
Für solche Hinweise sind wir immer sehr dankbar. Wir sind stets bestrebt, nachhaltige und gesunde Produkte anzubieten. Im Sinne unseres Mottos «Vom Bauernhof direkt ins Flugzeug» werden wir Ihr Feedback an die Food-and-Beve­rage-Abteilung an unserem Hauptsitz zur Überprüfung weiterleiten.


Ihre Passagiere sind unsere Touristen. Mit welchen Argumenten werben Sie für die Schweiz?
Die Frage ist gut, aber ich bin der falsche Adressat. Das müssen Sie meinen Kollegen in Singapur fragen. Sein Job ist es, die Flüge nach Zürich zu verkaufen. Ich mache es umgekehrt: Ich will Schweizer nach Singapur schicken.


Dann fragen wir andersrum: Was ist so toll an der Destination Singapur?
Singapur ist auch ein Hub, eine Drehscheibe. Hier bleiben vor allem die Geschäftsreisenden. Viele andere steigen um und fliegen weiter – zum Beispiel nach Bali oder Burma. Immer mehr entdecken dank dem Direktflug mit unserer Tochtergesellschaft Scoot die australische Goldküste bei Brisbane.


Zurück zur Schweiz: Sie haben schon angedeutet, wie wohl Sie sich hier fühlen. Wo gefällt es Ihnen am besten?Im Schnee! Zum Glück hat bereits die Skisaison begonnen, jetzt fahren wir am Wochenende in die Flumserberge. Denn ich bin überzeugt: Wenns den Himmel auf Erden gibt, dann ist er in der Schweiz.
Welchen Ort in der Schweiz wollen Sie unbedingt noch sehen?
Das Matterhorn. In Zermatt war ich noch nie – und diesen Berg hab ich noch nicht einmal vom Flugzeug aus gesehen.


In Zusammenarbeit von SonntagsZeitung und Singapore Airlines.






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