Yamanote train in Shinjuku railway station, Tokyo, Japan

Japan gilt als Land der legendären Pünktlichkeit. Die Verspätung von Zügen im Fernverkehr beträgt im Schnitt 36 Sekunden. Jetzt kam in Tokio die Bahn zu früh – und liefert eine kuriose Entschuldigung.


In Deutschland gilt ein ICE bereits als pünktlich, wenn sich die „planmäßige Ankunftszeit“ um weniger als fünf Minuten verzögert. Das schaffen nach Angaben der Deutschen Bahn aber nur drei von vier Schnellzüge. Jeder Pendler weiß, wovon die Statistik spricht.
Zug in Japan fährt 20 Sekunden zu früh ab, die Entschuldigung folgt prompt


Züge in Japan dagegen sind weltberühmt für ihre Pünktlichkeit, vor allem auf den langen Strecken. Die durchschnittliche Verspätung des Hochgeschwindkeitszugs Shinkansen liegt bei gerade einmal 36 Sekunden, berichtet das „Handelsblatt“.


Dass ein Zug zu früh abfährt, kommt in Deutschland also höchst selten vor – in Japan passierte es am Dienstag und sorgte direkt für große Besorgnis bei der örtlichen Bahn. Denn der Zug war ja nicht pünktlich.


Wie die Nachrichtenseite „Japan Today“ schreibt, fuhr ein Zug in der Hauptstadt am Dienstagmorgen nicht wie geplant um 9.44 Uhr ab, sondern um genau 9.43 Uhr und 40 Sekunden. Daraufhin veröffentlichte der Bahnbetreiber „Tsukuba Express“ eine Pressemitteilung, um sich offiziell zu entschuldigen.
„Weil japanische Züge normalerweise so pünktlich kommen…“


Und das klang dann so: „Wir entschuldigen uns zutiefst für die großen Unannehmlichkeiten, die wir unseren Kunden zumuten.“ Die Zugstrecke, vergleichbar mit einer deutschen S-Bahn, verbindet den Bahnhof Akihabara in Tokio City mit dem Vorort Tsukuba. Die Züge fahren rund 130 Stundenkilometer.


In der offiziellen Stellungnahme heißt es weiter, dass wohl die meisten Leute keinen 20-Sekunden-Unterschied wahrnehmen würden. Aber: „Weil japanische Züge normalerweise so pünktlich kommen, planen manche ihre Abfahrt so genau, dass sie genau auf die Minute am Gleis ankommen.“ Daher hätten einige Kunden möglicherweise den Zug verpasst und müssten dann auf den nächsten Zug warten. Fun Fact: der wäre vier Minuten später gekommen.


Kein Grund zur Entschuldigung? Nicht für das Management des Bahnbetreibers „Tsukuba Express“.  Die machen sich in der Mitteilung aufrichtige Sorgen, dass mit dem Verpassen des geplanten Zuges einige Anschlusszüge nicht erreicht werden könnten und am Ende einige „zu spät zur Arbeit oder zur Schule kommen“.


Daher sei „nichts falsch daran, einen Moment innezuhalten und sich für alle Probleme zu entschuldigen, welche durch diese verfrühte Abfahrt entstehen könnten“. Um sich dann am Ende noch rechtlich abzusichern: „Bitte beachten Sie, dass es in dieser Angelegenheit keine Kundenreklamationen gibt.“


Ach, Japan. Wenn du wüsstest, wie froh wir über eine 20-sekündige Verfrühung wären. In diesem Bericht liest du die Wahrheit über die Pünktlichkeit in deutschen Zügen. Gute Fahrt!






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