Washingtons Strategie in Asien besteht in der Bildung einer multilateralen Allianz, die der chinesischen Expansion in der Region entgegenwirken könnte, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.


Es geht dabei um die Bildung einer vierseitigen Gruppierung, der neben den USA auch Indien, Japan sowie Australien angehören könnten. Ihr Zusammenwirken würde sich auf ihre Treue zu den „gemeinsamen Werten“ stützen, sagte unlängst die amtierende Assistentin des US-Außenministers, Alice Wells.


Mit den „gemeinsamen Werten“ sind die Ideale der Demokratie gemeint, wie man sie im Westen versteht. In den Dokumenten des jüngsten 19. Parteitags der Kommunistischen Partei Chinas wurde übrigens festgeschrieben, dass diese Ideale für die Volksrepublik unannehmbar sind.


Laut der Zeitung „Times of India“ nannte Wells zwar Peking nicht beim Namen, meinte aber gerade das Reich der Mitte, als sie sagte, dass Länder wie Pakistan „einer räuberischen Finanzierung ausgesetzt“ sind, so dass sie sich verschulden und nicht mehr in der Lage sind, diese Schulden zu begleichen. Die Diplomatin versprach, dass die vier Länder gemeinsam Mittel für die Entwicklung der Infrastruktur in Südasien bereitstellen würden, damit diese Region nicht von China abhängig werde.


Noch offener äußerte sich US-Verteidigungsminister James Mattis. Nach seinen Worten gibt es „viele Gürtel und Wege“ neben denen, die Peking ausgerufen habe. Der Pentagon-Chef unterstützte Delhi bei dessen Protest gegen den Bau eines „Wirtschaftskorridors“ aus China über Pakistan zum Indischen Ozean, denn dieser Weg würde durch Kaschmir liegen, das Indien für sein Territorium hält.


Vinay Shukla vom Fachmagazin „India Strategic“ verweist darauf, dass über ein Bündnis der USA, Indiens, Japans und Australiens schon seit längerer Zeit diskutiert wurde. „Diese Länder sind über Chinas wachsende Kraft beunruhigt, besonders weil China das Völkerrecht im Südchinesischen Meer ignoriert. Denn Indien hat Zugang zum Stillen Ozean – über das Südchinesische Meer. Das ist wichtig für Indien. Auch bei unserem Handel mit Russland gehen die Wege durch diese Region“, so der Experte.


„Nach meinen Informationen wäre Indien mit einem engen Zusammenwirken einverstanden, will aber nicht, dass irgendein Bündnis gebildet wird. Indien will nicht, dass die Amerikaner uns diktieren, wie wir unsere Beziehungen mit Russland, dem Iran und China zu entwickeln haben“, sagte Shukla weiter.


Moskau sei für Neu-Delhi ein wichtiger strategischer Partner, insbesondere im Militärbereich. Auch die Beziehungen mit dem Iran seien „kritisch wichtig“ für Indien. „Wenn Indien einflussreich in Eurasien sein will, dann muss es einfach gute Beziehungen mit dem Iran pflegen – sonst wird es keinen Zugang zu dieser Region haben. Also wird Indien nicht seine Unabhängigkeit durch die Veränderung seiner Politik gegenüber Russland und dem Iran kompromittieren.“


Zu den Verhandlungen zwischen Neu-Delhi und Washington über die mögliche Lieferung von US-Drohnen sagte der Experte weiter:


„Indien hatte vor langer Zeit einen entsprechenden Antrag gestellt. Unsere Seestreitkräfte wollen Flugapparate kaufen, die unter anderem gegen Kriegsschiffe und U-Boote eingesetzt werden könnten. Aber bislang wurde keine solche Vereinbarung getroffen. Die Amerikaner wollen offenbar Pakistan nicht allzu stark verärgern und haben keine diesbezügliche Entscheidung getroffen.“


Die Amerikaner hatten wiederholt behauptet, Pakistans Geheimdienste wären mit Taliban-Kämpfern verbunden, die Anschläge in Afghanistan verüben. Dafür drohte Washington, Schläge gegen die Lager der Kämpfer in Pakistan zu versetzen sowie Islamabad aus seinen privilegierten Partnern unter den Nicht-Nato-Mitgliedern auszuschließen.


Bislang haben die USA das nicht getan. Aber China hat seinen „Allwetter-Partner“ in Schutz genommen. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums erklärte, dass sich Pakistan „an der Front der Terrorbekämpfung befindet und in diesem Kampf Riesenverluste hinnehmen musste“.






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