Auf ihrem Parteitag wollen Chinas Kommunisten das ideologische Erbe von Xi Jinping in der Parteiverfassung verankern. Würde auch sein Name in den Statuten erwähnt, würde der Präsident in eine Reihe mit Staatsgründer Mao Tsetung und dem großen wirtschaftlichen Reformer Deng Xiaoping aufrücken.


Mao Tsetung: Der einst als «großer Steuermann» idealisierte Mao Tsetung (1893-1976) einte das Land und rief am 1. Oktober 1949 nach einem langen Bürgerkrieg die Volksrepublik aus. Nach der Gründung der Volksrepublik stürzte er das Land jedoch in fast drei Jahrzehnte blutiger Kampagnen. Schätzungen zufolge sollen allein seinem missglückten «Großen Sprung nach vorn» Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre 30 Millionen Menschen zum Opfer gefallen sein. Während der Kulturrevolution (1966-76) entwickelte sich ein massiver Personenkult um Mao. Die «Aussprüche des Vorsitzenden Mao» in der kleinen roten «Mao-Bibel» wurden zur Pflichtlektüre.


Deng Xiaoping: Nach dem Tod von Mao Tsetung übernahm Deng Xiaoping (1904-1997) die Führung in China. Mit seinen Wirtschaftsreformen leitete er eine radikale Wende ein und führte das Land aus der zentralistischen Planwirtschaft. Der Architekt der wirtschaftlichen Reform- und der Öffnungspolitik legte den Grundstein dafür, dass Hunderte Millionen Menschen aus der Armut geführt wurden. Er gilt als Vorsitzender der Militärkommission jedoch auch als verantwortlich für das Massaker um den Platz des Himmlischen Friedens, bei dem am 4. Juni 1989​ Soldaten das Feuer auf Demonstranten eröffneten, die politische Reformen gefordert hatten.


Xi Jinping: In seinen ersten fünf Jahren im Amt als Chinas Staats- und Parteichef hat Xi Jinping das Land verändert. Pragmatismus und Wirtschaftsreformen spielen nicht mehr so eine große Rolle, dafür Linientreue, Staatswirtschaft und die Vorherrschaft der Kommunistischen Partei. Sein Kampf gegen Korruption richtet sich nicht nur gegen bestechliche Funktionäre, sondern dient auch dazu, politische Gegner auszuschalten. Chinesische Beobachter warnen schon vor einem gefährlichen autokratischen Regierungsstil. Der 64-Jährige hat das bisherige «kollektive Führungsmodell» mit verschiedenen Fraktionen und Interessengruppen beseitigt und besetzt immer mehr wichtige Positionen mit seinen Gefolgsleuten.






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