Der Anteil der verspätet gezahlten Lieferantenrechnungen steigt in der Asien-Pazifik-Region, das zeigt das aktuelle Zahlungsmoral-Barometer von Kreditversicherer Atradius. Ein Abflauen der Konjunktur im Wirtschaftswunderland der Mitte könnte den Kreditversicherern zusätzlich asiatische Kunden in die Arme treiben. Diese wollen deutlich öfter vorbeugen als die europäische Wirtschaft.


Zwar ist die Asien-Pazifik-Region im Durchschnitt ganz vorne, wenn es um Wirtschaftswachstum geht. 5,8 Prozent Wachstum sagen Wirtschaftsforscher der Region voraus, während das Welt-BIP nur um drei Prozent wachsen soll. Doch stottert der Wachstumsmotor in China, und die Region ist weit entfernt von der Spitze, wenn es um die Zahlungsmoral geht.


45,4 Prozent der Rechnungen zwischen Unternehmen in Asien-Pazifik waren zum Fälligkeitstag noch offen, so die Studie von Atradius. Im Vergleich zu 44,3 Prozent im Jahr 2016 ist der Wert leicht gestiegen. Mangelnde Liquidität geben geben 43,8 Prozent der in der Region Befragten als Grund für verspätete Zahlungen an. Die meisten der ausländischen Befragten mit Geschäftsbeziehungen zur Asien-Pazifik-Region gaben an, ihre Zahlung aufgrund des komplexen Zahlungsvorgangs zu verzögern.


Wenn der Kunde vom Erdboden verschwindet


Komplett abschreiben mussten Zulieferer aus der Asien-Pazifik-Region rund 2,1 Prozent ihres Geschäftes, die Zahl der ausgefallenen Lieferantenkredite steht damit auf Vorjahresniveau – Europa steht mit rund 1,2 Prozent deutlich besser da. Hauptgrund ist mit 47,7 Prozent Befragten die Insolvenz des Kunden, weitere 36,2 Prozent nennen alte Forderungen als Grund und 35,4 Prozent können ihre Schuldner nicht mehr ausfindig machen.


In Reaktion haben die Befragten im Asien-Pazifik-Raum die Frist, die sie ihren Kunden im Durchschnitt einräumen gesenkt: Konnten sich diese im Jahr 2016 noch 33 Tage Zeit lassen, um eine Rechnung zu bezahlen, bleiben den Abnehmern der Befragten heute rund 30 Tage.


Die prognostizierte Abschwächung der Konjunktur in China dürfte die Kreditversicherer freuen: 30 Prozent der Befragten planen, das eigene Kreditmanagement zu stärken, um sich vor den Folgen eines gedrosselten Wachstums in China zu schützen – aber nicht nur: Sorgen bereiten den Befragten auch mögliche Handelsbeschränkungen durch die Trump-Administration und der drohende Brexit.


Die Asien-Pazifik-Region will deutlich stärker vorbeugen, um bei einer entsprechenden Abkühlung der Weltwirtschaft und damit verbundenen Zahlungsausfällen gewappnet zu sein: Nur 15,5 Prozent der Befragten in Europa wollen ihr Geschäft besser schützen, in den USA und Kanada, Mexiko und Brasilien sind es immerhin 25,9 Prozent. (vwh/de)


Grafikquelle: Atradius






Über AdriaMediaGroup:

Seit 1999 bilden Online-Magazine das Fundament unseres Unternehmens. Dank unser regelmäßigen Markt- und Zielgruppenanalysen kennen wir unsere Leserinnen und Leser sehr gut und wissen genau, was diese von unseren Magazinen erwarten. Mit renommierten Nachrichtenagenturen wie dpa und AFP ergänzen wir die uns zur Verfügung stehenden Informationsquellen aus Politik und Wirtschaft. Stetig entwickeln wir unsere Magazine weiter und kreieren immer wieder neue Online-Magazine, die speziell auf das entsprechende Marktumfeld angepasst sind. Ob das kleine Nischenmagazin, ein Wirtschaftsjournal im Internet oder ein Tageszeitung im Internet. Mit über 45 Millionen Seitenaufrufen pro Monat (quelle: PIWIK September 2016), zeigt sich dass unsere aktuellen Magazine vom Publikum sehr gut angenommen werden. In den 17 Jahren unserer verlegerischen Tätigkeit mussten wir uns bis heute weder einem Abmahnverfahren stellen noch jemals einen Widerruf veröffentlichen. Entgegen anderer Verlage basiert unsere Berichterstattung auf seriöser Recherche und reinen Fakten. Wir sehen in grundsolider Berichterstattung auch heute noch die Zukunft unserer Arbeit.

Die AdriaMediaGroup ist seit 1999 auf dem internationalen Markt tätig. Derzeit publiziert die ADMG auf dem deutschsprachigen Markt über 80 Online-Magazinen aus unterschiedlichsten Themenbereichen. Alle Zeitschriften werden von unserem eigenem Redaktionsteam regelmässig aktualisiert.