Chinas starker Mann wird diese Woche seine Machtbasis weiter ausbauen. Doch die Wirtschaft steht auf wackligen Beinen. Geht von China die nächste globale Finanzkrise aus?


Aus westlicher Sicht gibt es zwei Chinas. Das eine ist ein unfassbar starkes Land – das andere ein aufgeblasener Riese auf schwankendem Grund. Beunruhigend sind beide.


Beginnen wir mit der Geschichte vom starken China. Sie handelt von einem Land, das dasteht wie eine Terrakottaarmee aus Superhelden – ein Milliardenheer in schimmernden Rüstungen: unnahbar, unbesiegbar, unüberwindbar. Dieses China hat seine wahre Stärke noch gar nicht erreicht. Es ist unaufhaltsam auf dem Weg, die Welt zu dominieren und die USA als Supermacht abzulösen.


Seine Stärke hat zwei Quellen: zum einen die schlagkräftige Einheit von Bevölkerung und Eliten. An der Spitze steht der mächtigste Führer, den das Mega-Volk seit Maos Zeiten hatte: Xi Jinping, jener ebenso undurchsichtige wie zielstrebige Mann, der sich diese Woche beim Parteikongress der KP (ab Mittwoch) anschickt, seine interne Machtbasis noch weiter auszubauen.


Zum anderen fußt Chinas Stärke nach dieser Lesart auf seiner Wirtschaft, die seit vielen Jahren auf der Überholspur ist. Eine „Hightech-Supermacht“ sei im Entstehen begriffen, schreibt etwa der China-Think-Tank Merics.


Erst Kleidung und Elektronik, jetzt Elektroautos


Eine Branche nach der anderen wird aus Fernost dominiert. Nachdem die Chinesen die Bekleidungs- und die Elektronikindustrie monopolisiert haben, reißen sie derzeit den Markt für Elektroautos an sich, später werden die datengetriebenen Netzwerkindustrien folgen – Google und Facebook, passt auf!


Während Europa sich im Zuge der Brexit-Verhandlungen selbst zerlegt (achten Sie auf den EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag) und die USA von einem erratischen Twitter-Präsidenten verwirrt werden, macht Xi China zur Supermacht mit globalem Führungsanspruch.


Er lässt hunderte Milliarden Dollar in die Infrastruktur anderer Länder investieren und etabliert eine neue Seidenstraße, um seine imperiale Wirtschaftsmacht zu arrondieren – ein asiatischer Marshall-Plan auf Anabolika.


Die andere Seite: rote Zahlen und untote Konzerne


Das Gegenbild zeichnen die Finanzstatistiker. Dieses China sieht ganz anders aus. Es ist ein düsteres Reich der roten Zahlen und der Zombie-Konzerne. Eine Volkswirtschaft, von der die nächste globale Finanzkrise auszugehen droht.


Besorgniserregende Daten gibt es reichlich. Seit 2008 hat sich der Verschuldungsgrad der Wirtschaft verdoppelt. Firmen und Bürger schieben Kredite vor sich her, die inzwischen das 2,3-Fache der Wirtschaftsleistung betragen. Kein anderes Schwellenland hat derart hochgejazzte Finanzmärkte. In Brasilien und Russland etwa, Ländern mit durchaus kräftigem Kreditappetit, liegt die Verschuldung der Wirtschaft lediglich bei der Hälfte des Sozialprodukts.


Die Last wiegt schwer. Die Wirtschaft ächzt unter den hohen Schulden. Der Schuldendienst ist der höchste unter allen G20-Staaten, so der Internationale Währungsfonds (IWF) – und das, obwohl die Zinsen weltweit immer noch extrem niedrig sind. Bei steigenden Zinsen drohen eine Menge übler Überraschungen.






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