Wenn Abertausende verstörte Menschen in Panik aus dem Land gejagt werden, dann sei das Staatsterrorismus, sagte der Friedensnobelpreisträger.


Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus aus Bangladesch wirft der Führung des Nachbarstaats Myanmar „Staatsterrorismus“ im Umgang mit der muslimischen Minderheit der Rohingya vor. „Niemand sagt etwas dagegen, wenn ein Staat Terroristen verfolgt.


Aber wenn Abertausende verstörte Menschen in Panik aus dem Land gejagt werden, dann ist das Staatsterrorismus“, sagte Yunus der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montag).


Mehr als eine halbe Million Rohingya sind seit Ende August aus Myanmar nach Bangladesch geflohen, nachdem das Militär Myanmars begonnen hatte, gegen die Minderheit vorzugehen. Die Flüchtlinge leben im bengalischen Bezirk Cox’s Bazar unter schlimmen Bedingungen.


Rohingya könnten sich radikalen Gruppen anschließen


Yunus sagte, die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die de facto die Regierung Myanmars führt, sei nicht mehr die mutige Führungsfigur, die sich früher für die Menschen einsetzte. In persönlichen Treffen habe Suu Kyi ihm früher gesagt, dass sie sich wegen der mächtigen Armee nicht zu der Rohyinga-Frage äußern könne. Inzwischen aber habe sie die Argumentation und die Rhetorik der Militärs übernommen.


Yunus warnte davor, dass Rohingya sich radikalen und militanten Gruppierungen anschließen könnten, wenn der Konflikt nicht schnell gelöst werde. Das sei auch eine Gefahr für sein eigenes Land, Bangladesch. Er forderte, Myanmar müsse den Royinhga die Staatsbürgerschaft zuerkennen. Das Argument der Regierung, diese seien zugewandert, sei Unsinn.


Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Zaid Raad al-Hussein, hatte die Gewalt im Norden Myanmars zuvor als „Paradebeispiel für ethnische Säuberungen“ bezeichnet. Myanmars Regierung hat die Anschuldigungen zurückgewiesen.






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