Das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt hat ein Problem mit wachsendem Islamismus


Im August brachte ein Flugzeug 18 Kämpfer und Anhänger des Islamischen Staates (IS) aus dem irakischen Erbil zurück nach Indonesien. Darunter war auch ein 13-Jähriger, der ein Jahr zuvor in einem Propagandavideo für die Terrormiliz aufgefallen war, in dem Kinder mit Gewehren schossen und Pässe verbrannten.


Die Gruppe hatte sich in der umkämpften syrischen Stadt Rakka kurdischen Kämpfern ergeben. Dabei hatte sie angegeben, sich nur vor Bombenangriffen versteckt zu haben. Was sie tatsächlich taten, ist schwer zu recherchieren. »Wie wollen Sie nachprüfen, dass die Leute etwas Illegales getan haben?«, fragt Greg Barton, Terrorexperte der Deakin Universität in Melbourne. Allein der Fakt, dass sie sich in Syrien aufgehalten hätten, sei nach indonesischem Recht noch nicht strafbar. Eine entsprechende Gesetzgebung werde zwar entwickelt. »Der Gesetzesvorschlag soll bis Jahresende eingereicht werden«, sagte Barton, doch das indonesische Parlament sei nicht sehr effizient. Derzeit werden Rückkehrer von den indonesischen Behörden verhört, fügten sich aber danach oftmals schnell wieder in die Gemeinschaft ein. Eine Gefängnisstrafe müssen sie nicht befürchten.


Aus Indonesien, das mit 250 Millionen Menschen das bevölkerungsreichste muslimische Land der Erde ist, kommt zwar nur eine verhältnismäßig kleine Zahl IS-Kämpfer – Barton spricht von 600 bis 800 -, trotzdem hält der Experte deren Rückführung für riskant. »Wir hatten eine relativ ruhige Periode in den vergangenen Jahren in Indonesien aufgrund dessen, dass es den Terroristen hier an Führungsqualitäten mangelte«, sagte er.


Selbst der Terroranschlag in Jakarta 2016, bei dem acht Menschen ums Leben kamen, sei schlecht organisiert gewesen. Zwischen 2001 und 2004 sei dies völlig anders gewesen: Damals starben bei Anschlägen auf die australische Botschaft in Jakarta, ein Hotel und Nachtklubs auf Bali weit über 200 Menschen. Sollten unter den Rückkehrern »charismatische« Anführer sein, so Barton, könnte Indonesien eine besser organisierte Periode des Terrors bevorstehen. »Vor allem wenn den traumatisierten Kindern nicht geholfen wird, könnten diese zu effektiven Terroristen heranwachsen.«






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