In Asien zeigt sich ein bedenklicher Trend am Arbeitsplatz, der bald auch nach Deutschland kommen könnte.


Immer wieder wird die Arbeitsmoral in vielen ostasiatischen Ländern lobend hervorgehoben. Die Mitarbeiter gelten als außerordentlich produktiv, benötigen kaum Schlaf und wenige Pausen. Es geht sogar noch weiter: Wer etwa in Japan am Arbeitsplatz schläft, der gilt als besonders produktiv. Manche Mitarbeiter stellen sich sogar schlafend, um diesen Eindruck zu erwecken.


Doch diese Einstellung hat auch eine Kehrseite der Medaille, wie die Umfrage von AIA „Vitality Healthiest Workplace“ zeigt. Demnach liegen die Fehltage wegen Krankheit einerseits und der Präsentismus andererseits in Asien besonders hoch. Als Präsentismus wird das Erscheinen von Arbeitnehmern an ihrem Arbeitsplatz beschrieben, die krank oder angeschlagen sind und daher nicht produktiv arbeiten können.


Hong Kongs Angestellte haben die meisten „verlorenen“ Arbeitstage


Laut der Umfrage haben nach diesen Kriterien die Arbeitnehmer in Hong Kong im Schnitt fast 71 verlorene Arbeitstage jährlich, also Tage, an denen sie krank gemeldet sind oder krank am Arbeitsplatz erscheinen. Das sind zwei bis drei Monate, schließt man die Wochenenden aus. In Malaysia sind es nahezu 66, in Singapur 54 und in Australien 45 Tage. Verglichen haben die Autoren der Studie die Zahl mit den britischen Arbeitnehmern, wo es 30 Fehltage pro Jahr sind.


Für Deutschland wurden keine Daten speziell genannt — allerdings gibt es eine Studie, die sich auf 2015 bezieht. Demnach sind die Arbeitnehmer hierzulande in einem Jahr im Schnitt an 12,1 Tagen krank zur Arbeit gegangen. Dazu gesellen sich noch durchschnittlich 13,8 Krankheitstage. Zusammen ergibt sich somit ein Wert von 25,9 „verlorenen“ Arbeitstagen in Deutschland im Jahr 2015.


Viel arbeiten — häufig krank


Die Ergebnisse zeigen: Die Arbeitseinstellung in Asien birgt für die Gesundheit der Arbeitnehmer Gefahren. Legen Konzerne diese Arbeitsmoral als Messlatte an den Tag, drohen auch deutsche Arbeitnehmer häufiger auszufallen. Verschärft wird die Situation noch in Zeiten, in denen die Wirtschaft kriselt.


Laut Studien kommen die Arbeitnehmer dann noch häufiger zur Arbeit, obwohl sie eigentlich nicht arbeitsfähig sind. Die Angst, den Job zu verlieren, drängt die Angestellten an den Schreibtisch. In Zeiten einer starken Konjunktur werden eher Fehltage in Kauf genommen.


Experten fordern bereits für Asien Präventionsmaßnahmen: Das Wohlbefinden der Angestellten muss wichtiger werden, auch wegen der immer älter werdenden Bevölkerung. Ein Thema, das genauso für Deutschland zählt, schließlich wird auch unsere Gesellschaft dank des medizinischen Fortschritts immer älter.


Helfen könnte es auch, wenn die Arbeitgeber ihre Angestellten dafür sensibilisieren, dass sie bei Krankheit tatsächlich ins Bett und nicht an den Schreibtisch gehören. Zum einen wird damit ein Anstecken der Kollegen vermieden, zum anderen zeigen Studien, dass die Kosten für Präsentismus die Kosten durch krank gemeldete Mitarbeiter um das Zehnfache übersteigen.






Über AdriaMediaGroup:

Seit 1999 bilden Online-Magazine das Fundament unseres Unternehmens. Dank unser regelmäßigen Markt- und Zielgruppenanalysen kennen wir unsere Leserinnen und Leser sehr gut und wissen genau, was diese von unseren Magazinen erwarten. Mit renommierten Nachrichtenagenturen wie dpa und AFP ergänzen wir die uns zur Verfügung stehenden Informationsquellen aus Politik und Wirtschaft. Stetig entwickeln wir unsere Magazine weiter und kreieren immer wieder neue Online-Magazine, die speziell auf das entsprechende Marktumfeld angepasst sind. Ob das kleine Nischenmagazin, ein Wirtschaftsjournal im Internet oder ein Tageszeitung im Internet. Mit über 45 Millionen Seitenaufrufen pro Monat (quelle: PIWIK September 2016), zeigt sich dass unsere aktuellen Magazine vom Publikum sehr gut angenommen werden. In den 17 Jahren unserer verlegerischen Tätigkeit mussten wir uns bis heute weder einem Abmahnverfahren stellen noch jemals einen Widerruf veröffentlichen. Entgegen anderer Verlage basiert unsere Berichterstattung auf seriöser Recherche und reinen Fakten. Wir sehen in grundsolider Berichterstattung auch heute noch die Zukunft unserer Arbeit.

Die AdriaMediaGroup ist seit 1999 auf dem internationalen Markt tätig. Derzeit publiziert die ADMG auf dem deutschsprachigen Markt über 80 Online-Magazinen aus unterschiedlichsten Themenbereichen. Alle Zeitschriften werden von unserem eigenem Redaktionsteam regelmässig aktualisiert.