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Russlands stärkste Diesellok soll Transit zwischen Europa und Asien ankurbeln

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Russland testet seine neue stärkste Diesellokomotive, die ermöglichen soll, die Zahl der Eisenbahntransporte an die Pazifikküste deutlich zu erhöhen – und damit zum Transitverkehr zwischen Europa und Asien beizutragen. Die russische Onlinezeitung vz.ru geht ins Detail.

Die neue Diesellok 3TE25KM2M wird derzeit nach Angaben von vz.ru im Gebiet Kursk getestet. Im Oktober sind dann Testfahrten auf der Baikal-Amur-Magistrale (BAM) geplant – die Lokomotive soll dabei insgesamt 50 000 Kilometer zurücklegen.

Entwickelt wurde die Lok vom Maschinenbauwerk Brjansk, das der russischen Transmashholding angehört. Sie kann einen Güterzug von 7100 Tonnen transportieren, wobei die gegenwärtigen Pendants nur 4400 bis 5100 Tonnen meistern.

Die höhere Leistung soll ermöglichen, die Transporte auf der BAM um 50 Prozent auf 45 Millionen Tonnen jährlich zu vergrößern, wie der Pressedienst der Transmashholding mitteilte. Vor allem sollen die neuen Diesellokomotiven auf der 2800 Kilometer langen Strecke zwischen Taksimo und Sowjetskaja Gawan zum Einsatz kommen – eben diese Strecke ist nicht elektrifiziert.

Dmitri Baranow, Experte von Finam Management, kommentierte für vz.ru, der östliche Teil des russischen Eisenbahnnetzes werde seit mehreren Jahren modernisiert:

„Der Handel mit Ländern des Asien-Pazifik-Raums wird intensiviert, ein Ausbau des Transitverkehrs zwischen Europa und Asien anvisiert. Man beginnt damit, die Pläne für die Erschließung des BAM-Bereichs umzusetzen. All dies schafft eine Nachfrage nach stärkeren Lokomotiven.“

Iwan Andrijewski, Vizepräsident des Verbands der Ingenieure Russlands, sagte im Hinblick auf die aktuellen Projekte im Fernen Osten:

„Die Aufwärtsentwicklung dieses Teils Russlands ist ohne Weiterentwicklung der Eisenbahn-Infrastruktur unvorstellbar. In diesem Sinne ist die Rolle der neuen Lokomotiven ziemlich wichtig.“

Der Bedarf der BAM an Lokomotiven mit höherer Leistung wird im Zeitraum bis 2020 auf 260 Stück geschätzt. Das Produktionswerk in Brjansk ist dabei in der Lage, bis zu 100 solche Dieselloks jährlich zu bauen.

Die neuen Loks bekommen allerdings Dieselmotoren des Typs GECO12, die vom US-Hersteller General Electric entwickelt wurden. Dieser hat aber schon einen Vertrag mit Transmashholding, wonach solche Motoren im russischen Pensa gebaut werden sollen.

Andrijewski kommentierte: „Zwar muss man in den nächsten Jahren auf die Hilfe von US-Fachleuten zurückgreifen, doch mit der Zeit, sobald sich das Modell einläuft, werden russische Ingenieure die notwendigen Aggregate entwickeln können. Wahrscheinlich wurden sie bereits vor diese Aufgabe gestellt – das alles ist also machbar und nur eine Frage der Zeit.“