TOKIO/SCHANGHAI (Dow Jones)–Die Börse in Tokio hat am Dienstag auf dem höchsten Stand seit zwei Jahren geschlossen. Allerdings wurde damit lediglich die positive Tendenz an den anderen Handelsplätzen in Ostasien vom Vortag nachgeholt, denn in Tokio fand am Montag aufgrund eines Feiertages kein Handel statt. Insgesamt zeigten sich die Börsen der Region mit leichten Abgaben, trotz der neuerlichen Rekordjagd an der Wall Street. Neue Impulse waren eher Mangelware. Vor den Sitzungen der Bank of Japan (BoJ) und der US-Notenbank hielten die Anleger zudem ihr Pulver trocken.


Der Nikkei-225 kletterte um 2 Prozent auf 20.299 Punkte. Neben dem andauernd schwachen Yen und den guten US-Vorgaben stützten auch die Spekulationen um eine mögliche Neuwahl in Japan. Premier Shinzo Abe scheint eine Neuwahl des Unterhauses in Betracht zu ziehen, um die aktuelle Schwäche der Opposition und die guten Umfragewerte für die eigene Koalition auszunutzen. Wegen der militärischen Drohgebärden Nordkoreas wünschen sich die Japaner eine starke Regierung. Als wahrscheinlichen Termin für eine Wahl nennen japanische Medien den 22. Oktober.


Der Schanghai-Composite fiel dagegen um 0,2 Prozent auf 3.357 Punkte. Der Hang-Seng-Index lag im späten Handel mit 0,2 Prozent im Minus. Der S&P/ASX-200 in Sydney konnte die zwischenzeitlichen Gewinne nicht behaupten und rutschte im späten Handel mit 0,1 Prozent leicht ins Minus. Der Kospi verzeichnete einen Abschlag von ebenfalls 0,1 Prozent.


Notenbanken in Japan und den USA im Blick


Mit den anstehenden Entscheidungen der BoJ und der Fed machte sich Zurückhaltung breit, sagte ein Teilnehmer. Zwar wird bei beiden Notenbanken mit keinen Zinsschritten gerechnet, doch dürfte vor allem die Fed mit Aussagen zum Abbau der Bilanz im Fokus stehen. Mehrere Fed-Vertreter deuteten zuletzt an, bei der Sitzung am Mittwoch für einen Beginn des Abbaus der 4,5 Billionen US-Dollar schweren Bilanz zu stimmen. Eine spannende Frage wird sein, ob die Fed-Spitze für dieses Jahr noch einen Zinsschritt in Aussicht stellen wird. Investoren zweifeln, ob die Fed angesichts der schwachen Inflation ihren Kurs fortsetzen kann. Am Terminmarkt ist für dieses Jahr keine Zinserhöhung mehr eingepreist und bis Ende 2018 lediglich eine weitere.


Spannend wird auch, was Fed-Chefin Janet Yellen auf der Pressekonferenz zu dieser hartnäckig niedrigen Teuerung zu sagen hat, die wohl länger andauert als von ihr erwartet. Zuletzt hatte die Fed im Juni ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 1,00 bis 1,25 Prozent erhöht.


„Sichere Häfen“ weiter nicht gefragt


Der Dollar legte zum Yen noch etwas zu und notierte bei 111,76 Yen und damit knapp über dem Niveau des Vortages. Weitgehend auf der Stelle trat der Goldpreis. Die Feinunze kostet 1.307 Dollar und damit so viel wie im späten US-Handel am Montag. Der Goldpreis liegt damit weiterhin auf dem tiefsten Stand seit drei Wochen. Auch hier sind die Blicke vor allem auf die Sitzung der US-Notenbank gerichtet, hieß es. Zum Höhepunkt der Krise um Nordkorea hatte der Goldpreis jüngst mit knapp 1.358 Dollar noch ein Jahreshoch markiert.


Die Ölpreise legten im späten asiatischen Geschäft leicht zu und setzten damit die jüngste Aufwärtsbewegung fort. Zuletzt hatten vor allem Daten und Aussagen der Internationalen Energieagentur, der Opec und der Energy Information Agency aus den USA, die allesamt auf eine Abnahme des Angebotsüberschusses hindeuteten, die Ölpreise gestützt. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI legte um 0,5 Prozent auf 50,14 Dollar zu. Für Brent ging es um 0,2 Prozent auf 55,59 Dollar nach unten.


Versicherer und Exportwerte in Tokio gesucht


Deutliche Gewinne verzeichneten in Tokio unter anderem die Versicherungswerte. Analysten verwiesen zur Begründung auf den jüngsten Anstieg der Renditen am Anleihemarkt. Für die Aktien von Dai-Ichi Life Holdings ging es um 3,7 Prozent nach oben und T&D Holdings stiegen um 3,0 Prozent.


Mit dem anhaltend schwachen Yen legten auch die Exportwerte in Tokio kräftiger zu. Die Aktie von Nintendo gewann 7,1 Prozent und schloss auf dem höchsten Stand seit 9 Jahren. Sony verbesserten sich um 1,2 Prozent, die Titel von Toyota Motor stiegen um 3,8 Prozent und Mitsubishi Motors verzeichneten einen Aufschlag von 2,2 Prozent.


Dagegen stand die Aktie des Apple-Zulieferers FIT Hon Teng in Hongkong unter Druck und fiel im späten Handel um 7,5 Prozent. Bereits am Vortag war es um knapp 10 Prozent nach unten gegangen. Händler sprachen von kräftigen Gewinnmitnahmen, nachdem sich die Aktie seit ihrem Börsengang Mitte Juli fast verdoppelt hatte. Allerdings blieben die Aussichten für die Zulieferer von Apple mit den jüngst präsentierten neuen Modellen solide, merkte ein Analyst an. Auch andere Zulieferer litten unter Gewinnmitnahmen. Sunny Optical fielen in Hongkong um 1,6 Prozent, Tongda gaben um 1,8 Prozent nach und in Taiwan büßten Hon Hai 3,5 Prozent ein.






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