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Kims Ziel ist Machtgleichgewicht mit USA

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Härtere Sanktionen gegen ihr Land halten Nordkorea nicht auf. Der Diktator hält an seinem Nuklearprogramm fest. Der UN-Sicherheitsrat tagt in einer Dringlichkeitssitzung.

Atomprogramm wird fortgesetzt

Nach dem jüngsten Raketentest hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un angekündigt, trotz härterer Sanktionen gegen das Land sein Nuklearwaffenprogramm abschliessen zu wollen.

Das Ziel sei es, ein Machtgleichgewicht mit den USA herzustellen und die US-Regierung davor zu warnen, militärische Schritte gegen Nordkorea einzuleiten, sagte Kim nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA am Samstag. Die bisherigen Errungenschaften seien auch unter den bereits bestehenden UN-Sanktionen möglich gewesen, so Kim.
UN-Sicherheitsrat verurteilt Test

Der Weltsicherheitsrat hat den jüngsten Raketentest Nordkoreas als «höchst provokativ» verurteilt und Pjöngjang aufgefordert, Schritte zur Entnuklearisierung der Koreanischen Halbinsel zu unternehmen. Alle 193 UN-Mitgliedsländer müssten die Sanktionen gegen Nordkorea völlig und sofort umsetzen, erklärte das Gremium am Freitag nach einer Dringlichkeitssitzung. Nordkorea hatte zuvor erneut eine Rakete über Japan hinweggeschossen. Der UN-Sicherheitsrat betonte die Wichtigkeit, Spannungen in der Region abzubauen und Frieden und Stabilität auf der Koreanischen Halbinsel zu erhalten. Das Gremium gab jedoch zunächst keine weiteren Schritte gegen Nordkorea bekannt.

Sicherheitsrat tagt

Der UN-Sicherheitsrat hat wegen des neuen nordkoreanischen Raketentests eine Dringlichkeitssitzung angesetzt. Beratungen hinter geschlossenen Türen sollten am Freitagnachmittag stattfinden, teilte die äthiopische UNO-Vertretung mit, die in diesem Monat den Vorsitz im Rat hält. Das geplante Treffen sei auf Antrag Japans und der USA einberufen worden.

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe verurteilte den jüngsten Raketentest am Freitag als rücksichtslos und nicht zu akzeptieren. Er trete die Bemühungen und Wünsche der internationalen Gemeinschaft um eine friedliche Lösung des Konflikts mit Füssen.

Erneuter Test

Nordkorea hat erneut eine Rakete abgefeuert, die über Japan hinweggeflogen ist. Die Rakete habe um 07.06 Uhr Ortszeit (00.06 Uhr MESZ) die Insel Hokkaido in Richtung Pazifik überflogen, teilte die japanische Regierung am Freitag mit. Anschliessend sei sie rund 2000 Kilometer östlich von Hokkaido niedergegangen. In mehreren Regionen der nördlichen Insel sei das Raketenwarnsystem ausgelöst worden.

Das Geschoss sei vom Sunan-Distrikt in der Hauptstadt Pyongyang in Richtung Osten gefeuert worden, erklärte das Büro der Vereinigten Stabschefs Südkoreas. Die BBC berichtet derweil, dass Japan seine Bürger aufgefordert hat, Schutz zu suchen. Das Militär in Südkorea und den USA analysierten die Details des Abschusses. Südkorea forderte umgehend eine UNO-Dringlichkeitssitzung.

Ende August hatte Nordkorea eine Rakete über das Territorium Japans hinweg gefeuert. Die Bevölkerung im Norden Japans wurde vom japanischen Alarmsystem J-Alert gewarnt und die Menschen auf Hokkaido aufgefordert, Schutz zu suchen. Japan nannte den Abschuss vor zwei Wochen eine «noch nie da gewesene Bedrohung». Am 3. September führte Pyongyang nach eigenen Angaben einen Test mit einer Wasserstoffbombe durch. Am Montag hatte der UN-Sicherheitsrat neue Sanktionen gegen Nordkorea beschlossen.