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Südkorea : Verletzte bei Protesten gegen amerikanische Abwehrraketen

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Bei der Aufstellung neuer amerikanischer Raketenwerfer in Südkorea ist es zu schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Dutzende Menschen wurden verletzt.

Bei Protesten gegen die Aufstellung weiterer Teile eines umstrittenen amerikanischen Raketenabwehrsystems in Südkorea sind zahlreiche Menschen verletzt worden. Hunderte von Demonstranten hätten versucht, die Zufahrt zum Stützpunkt des Systems in der östlichen Provinz Nord-Gyeongsangzu zu blockieren, berichteten südkoreanische Sender am Donnerstag. Rund 8000 Polizisten waren demnach im Einsatz, um die Straße zu räumen. Bei Zusammenstößen zwischen beiden Seiten seien Dutzende von Menschen verletzt worden.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden trotz der Proteste vier weitere Raketenwerfer des Systems THAAD auf dem Stützpunkt erfolgreich installiert. Die „vorläufige“ Aufstellung der Abwehrraketen sei Teil der Maßnahmen, die Südkoreaner besser gegen die „Bedrohungen durch Nordkoreas Raketen“ zu schützen.

Die Stationierung des Systems geht auf eine Einigung der Regierungen in Seoul und Washington vom vergangenen Jahr zurück. Die amerikanischen Streitkräfte hatten Ende April dieses Jahres ungeachtet der Kritik aus China und Russland mit dem Aufbau von THAAD in Südkorea begonnen. Die Regierungen in Peking und Moskau sehen ihre Sicherheitsinteressen durch das neue Abwehrsystem bedroht. Widerstand kam auch von Anwohnern und Bürgergruppen in Südkorea.

Präsident Moon Jae-in hatte die Aufstellung der weiteren Raketenwerfer nach zwei Tests mit Interkontinentalraketen durch Nordkorea im Juli angeordnet. In der vergangenen Woche schoss Nordkorea eine Mittelstreckenrakete über Japan hinweg in den Pazifik, am Sonntag unternahm das Land einen weiteren Atomtest. Die THAAD-Raketen sollen feindliche Kurz- und Mittelstreckenraketen abfangen.