Bangkok – Der Vorsitzende des thailändischen Arbeitssolidaritäts-Komitees, Satit Kaewwan, verlangt ein neues System zur Berechnung des Mindestlohns, der zurzeit etwas über 300 Baht pro Tag beträgt.


Der Mindestlohn wurde zuletzt am 1. Januar des Jahres angehoben. Pro Tag erhalten Arbeiter in acht Provinzen 300 Baht, in 49 Provinzen 308 Baht und in 13 Provinzen 310 Baht.


Das sei laut Satit viel zu wenig. Der Mindestlohn wird von einem Komitee mit Repräsentanten von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite und Regierung festgesetzt. Satit sagte, dass sich die Arbeitnehmervertreter in diesen Komitees nie durchsetzen könnten.


Satit schlug vor, zunächst die Provinzkomitees abzuschaffen und durch ein zentrales Komitee in Bangkok zu ersetzen, das auf Ratschläge unterschiedlicher Institutionen und Experten zurückgreift.
Satit sagte, dass der Mindestlohn sich unter anderem auch an den Preissteigerungen bei Konsumprodukten orientieren könne.


2011 hatte sein Verband einen Mindestlohn von 560 Baht pro Tag vorgeschlagen, was laut Satit der Realität näher komme als 300 Baht. Bei einer Inflationsrate von jährlich drei Prozent komme man laut Satit damit auf aktuell 600 oder 700 Baht Mindestlohn pro Tag.


Er zitierte Premierminister General Prayuth Chan-ocha, der selbst zugab, dass ein Jahreseinkommen von 100.000 Baht nicht ausreiche. Satit sagte, es müsste schon das Dreifache sein oder monatlich 25.000 Baht.


„Arbeiter verlangen keinen hohen Mindestlohn“, sagte Satit, „aber der Lohn sollte den Lebenshaltungskosten entsprechen.“






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