Gas-Konkurrenz um Asien: Russland treibt Pipelines voran

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Russland arbeitet weiter darauf hin, China mit Gas zu beliefern. Während eine Pipeline bereits entsteht, wird über eine weitere verhandelt. Ein Experte bewertet die Aussichten des Projekts und prognostiziert einen zunehmenden Konkurrenzkampf unter Gasexporteuren in Asien. Die russische Zeitschrift „Expert“ beschäftigt sich mit dem Thema.

Derzeit wird über Gaslieferungen aus Westsibirien in den westlichen Teil Chinas weiter verhandelt. Das bestätigte der russische Energieminister Alexander Nowak, wie die Zeitschrift in ihrer Onlineausgabe berichtet. Die Pipeline für diese Zwecke soll im Rahmen des Projekts Power of Siberia 2 entstehen und wird als „westliche Route“ bezeichnet.

Die „östliche Route“ (die erste Power-of-Siberia-Pipeline) soll aus Sibirien in den Fernen Osten führen und wird bereits gebaut – als Grundlage dafür dient ein vor drei Jahren unterzeichneter Exportvertrag zwischen dem russischen Energieriesen Gazprom und dem chinesischen Staatskonzern CNPC. Demnach sollen 38 Milliarden Kubikmeter Gas jährlich nach China geliefert werden. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 30 Jahren.

Nun sagte Wsewolod Tscherepanow, Vorstandsmitglied von Gazprom, dass die Öl-Gaskondensat-Lagerstätte Tschajanda schon ab Ende 2019 Gas liefern soll. Ausgerechnet diese Lagerstätte kommt neben Kowykta als Rohstoff-Quelle für die „östliche Route“ in Betracht.

Kirill Jakowenko, Analyst von Alor Broker, kommentierte, es bestehe kaum Zweifel daran, dass die „östliche Route“ termingemäß in Betrieb gehen werde. Alle Verträge mit den Auftragnehmern seien ja schon zustande gekommen, ein Teil davon sei bereits erfüllt worden. Der Rest sei nun eine Sache der Technik.

Parallel zum Pipeline-Bau entsteht eine Gas-Verarbeitungsanlage im russischen Fernost-Gebiet Amur. Das verarbeitete Gas soll nach China geliefert werden – als Ethan, Propan, Butan, Pentan-Hexan-Fraktion und Helium.

Im Bericht wird festgestellt, dass sich Chinas Wirtschaftswachstum verlangsamt hat, wie insbesondere die Daten aus den Jahren 2014 und 2015 belegen – dementsprechend wäre es nicht auszuschließen, dass auch der Verbrauch von Energie-Ressourcen zurückgehen könnte.

Jakowenko sieht aber Gründe für Optimismus bei russischen Export-Projekten – auch im Hinblick auf die erst geplante „westliche Route“. Er wies darauf hin, dass China seit den letzten Jahren aktiv von Kohle auf Gas umsteigt. Alleine im Zeitraum von 2005 bis 2014 hatte sich der Gasverbrauch im Land auf 178,6 Milliarden Kubikmeter jährlich nahezu vervierfacht.

Allerdings prognostizierte Jakowenko, die „westliche Route“ werde im Fall ihrer Umsetzung nicht nur China, sondern auch weitere Länder mit Gas beliefern können. Generell ziele diese Pipeline eher darauf ab, einen bestimmten Platz am asiatischen Gasmarkt einzunehmen – mit Rücksicht auf die Konkurrenten wie Katar, Australien und Malaysia. Dies sei eine Investition in den künftigen Konkurrenzkampf gegen Flüssigerdgas.