Japan bestätigt nordkoreanischen Atomtest

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Nordkorea hat Medienberichten zufolge offenbar zum sechsten Mal eine Atomwaffe getestet.

In Nordkorea ist es offenbar zu zwei Erdbeben gekommen, und mindestens eins davon ist laut südkoreanischem Militär nicht natürlich gewesen: Pjöngjang habe wahrscheinlich einen Atomtest vorgenommen, teilte der Generalstab Südkoreas am Sonntag mit. Seoul werde seine militärische Überwachung und Bereitschaft nun ausbauen.

Zuvor hatte das Militär angegeben, das erste Beben habe eine Stärke von 5,6 gehabt. Für das zweite Beben, etwa eine Stunde nach der ersten Erschütterung, wurde die Stärke 4,6 angegeben.

Chinesische Experten-Angaben sprachen beim ersten Erdbeben von der Stärke 6,3 und das es auf eine „mutmaßliche Explosion“ zurückzuführen sei. Auch die amerikanische Erdbebenwarte berichtete am Sonntag von der Erderschütterung. Sie hatte die Stärke 5,6 gemessen. Frühere Beben in dem abgeschotteten Land sind durch Atomtests verursacht worden.

Die japanische Regierung ist sich sicher, dass Nordkorea einen Atomtest unternommen hat. „Wir bestätigen, dass Nordkorea einen Atomwaffentest ausgeführt hat“, sagte Japans Außenminister Taro Kono am Sonntag in Tokio. Die japanische Regierung berief angesichts des möglichen neuen Atomtests den nationalen Sicherheitsrat ein und legte nach Angaben des Außenministers scharfen Protest bei der nordkoreanischen Botschaft in Peking ein. Der Führung Nordkoreas sei übermittelt worden, dass jeglicher Atomwaffentest „extrem unverzeihlich“ sei.
Kim Jong Un sprach vorab von einer Wasserstoffbombe

Zuvor hatte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un verkündet, sein Land habe jetzt auch eine Wasserstoffbombe entwickelt, mit der eine Interkontinentalrakete (ICBM) bestückt werden könne. Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA hatte zudem berichtet, dass Machthaber Kim Jong Un bei einem Besuch im staatlichen Atomwaffeninstitut eine H-Bombe inspiziert habe, die auf eine ICBM montiert werden sollte.

Bilder der nordkoreanischen Medien zeigten ein Foto von Kim Jong Un und hochrangigen Parteifunktionären um einen runden silbernen Behälter, der angeblich den Sprengkopf für die Rakete zeigt. Er sei „stolz auf die unbezwingbare Stärkung“ der Atomstreitkräfte, wurde Kim zitiert. Nach offizieller Darstellung lässt sich die Sprengkraft der neuen Waffe von Dutzenden Kilotonnen „bis mehrere hundert Kilotonnen“ variieren.

Das Institut habe damit den Vorgaben der herrschenden Arbeiterpartei entsprochen, einen Durchbruch bei der atomaren Bewaffnung zu erzielen. Die Angaben ließen sich nicht von unabhängiger Seite überprüfen. Es hieß, der Fortschritt basiere auf dem Erfolg, den das Land mit seinem ersten Wasserstoffbombentest im Januar des vergangenen Jahres erzielt habe.

Im Januar 2016 hatte Pjöngjang erklärt, erstmals eine Wasserstoffbombe erfolgreich getestet zu haben. Experten bezweifelten damals, dass es sich bei dem Atomtest tatsächlich um eine Wasserstoffbombe handelte.

Größte Provokation seit Trumps Amtsantritt

Sollten sich die Befürchtungen über den neuen Atomversuch bestätigen, wäre es die größte Provokation Kim Jong Uns seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump.

Trump hatte „militärische Optionen“ nicht ausgeschlossen, um Nordkoreas Machthaber daran zu hindern, sein Atom- und Raketenprogramm weiter zu entwickeln. Auch hatte der US-Präsident mit „Feuer und Wut“ gedroht, was Sorgen vor einem bewaffneten Konflikt in Ostasien anfachte.

Die USA verfolgen die Entwicklung mit Sorge, weil sie einen Schlag gegen amerikanisches Territorium befürchten. Die Bestückung einer ICBM wäre ein weiterer großer Fortschritt im Atom- und Raketenprogramm des Landes, das strengen internationalen Sanktionen unterworfen ist. Bisher wurde angezweifelt, dass Nordkorea bereits über die Technologie verfügt, einen Sprengkopf so zu verkleinern, dass er auf eine Rakete passt.

Die Explosionskraft einer Wasserstoffbombe oder H-Bombe ist um ein Vielfaches höher als bei einer herkömmlichen Atombombe. Das diplomatisch isolierte Land hat den USA und Südkorea schon mehrfach mit einem präventiven Atomschlag gedroht.