In Myanmar werden die muslimischen Rohingya verfolgt. In der Provinz Rakhaing haben sich mehrere von ihnen bewaffnet und Polizisten attackiert. Über 100 Menschen starben.


Mehr als 100 Menschen wurden bei Gefechten zwischen Rebellen der Rohingya, einer muslimischen Minderheit, und Sicherheitskräften im Westen Myanmars getötet. Das bestätigten Behörden des asiatischen Landes. Im Bundesstaat Rakhaing griffen muslimische Rebellen mehrere Polizeiwachen und eine Kaserne an.


Myanmars Armeechef Min Aung Hlaing erklärte, Soldaten und Polizisten hätten gemeinsam gegen „Terroristen“ gekämpft. Die Angreifer waren nach seinen Worten mit Schusswaffen, Stöcken und selbst gebauten Sprengsätzen bewaffnet. Nach Armeeangaben töteten sie mindestens ein Dutzend Sicherheitskräfte.


Um der Gewalt zu entkommen, versuchten Tausende Zivilisten in Richtung Bangladesch zu fliehen. Allein am Grenzübergang Ukhia trafen nach Angaben der Grenztruppen mehr als tausend Frauen der Minderheit mit Kindern und Vieh ein. Im Grenzgebiet Ghumdhum schossen Soldaten aus Myanmar auf die Flüchtenden. Doch die dortigen Sicherheitskräfte nahmen die Fliehenden teils fest. Rund 70 Rohingya wurden wieder nach Myanmar abgeschoben. Während die Regierung mindestens 4.000 Nichtmuslime in Sicherheit brachte.


Bangladesch hat insgesamt etwa 400.000 Rohingya-Flüchtlinge aufgenommen, viele von ihnen leben in Flüchtlingscamps. Ein ranghoher Vertreter der Regierung in Dhaka sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Behörden im Grenzbezirk zu Myanmar seien angewiesen worden, keine „illegalen Grenzübertritte“ zuzulassen.


Rohingya sind eine verfolgte Minderheit


In der Region Rakhaing, in der sich der Angriff ereignete, leben etwa eine Million Rohingya, teils in bitterer Armut. Weite Teile der buddhistischen Mehrheit in Myanmar betrachten sie als illegale, staatenlose Einwanderer aus Bangladesch, obwohl viele der Rohingya schon seit Generationen in Myanmar leben.


Grenzposten in Rakhaing waren bereits im Oktober 2016 attackiert worden. Die Spannungen in dem Bundesstaat nahmen in den vergangenen Wochen weiter zu. Nach mehreren tödlichen Attacken verlegte die Armee Mitte August weitere Truppen in die Region. Die UN zeigte sich besorgt und rief die Regierung zur Achtung der Menschenrechte der Rohingya auf.


Eine Kommission unter Leitung des früheren UN-Generalsekretärs Kofi Annan hatte vergangene Woche einen Bericht zur Lage der Minderheit in Rakhaing veröffentlicht. In der von der Regierung selbst in Auftrag gegebenen Untersuchung fordert das Gremium dazu auf, den Rohingya mehr Rechte zuzugestehen, um eine Radikalisierung zu verhindern. Den neuerlichen Gewaltausbruch nannte Annan eine „beunruhigende Eskalation“. Er rief zu einem Gewaltverzicht auf und forderte die Sicherheitskräfte zur Zurückhaltung auf.






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