Bangkok: SRT will Chatuchak Markt grundlegend modernisieren

0
1001

Bangkok – Im Januar 1982 pachtete die Bangkok Metropolitan Administration (BMA) ein Grundstück der State Railway of Thailand (SRT) für 30 Jahre und errichtete auf dem Gelände einen Markt, der sich im Laufe der Jahre zu einer der beliebtesten Attraktionen der Hauptstadt entwickelte: Der Chatuchak Markt.

Am 1. Januar 2012 teilte die SRT der BMA mit, dass man an einer Verlängerung der Pacht nicht interessiert sei und die Verwaltung des Marktes nun selbst übernehmen werde. Die Stadtverwaltung, die viel Geld, Mühe und Engagement in die Entwicklung des Marktes zu einem Prestigeobjekt der Hauptstadt investiert hatte, fühlte sich um die Früchte ihrer Arbeit betrogen und zog vor Gericht. Auch die Händler stimmten einheitlich für einen Verbleib der BMA als Verwalter des Marktes. Doch aufgrund der eindeutigen Rechtslage — abgelaufener Pachtvertrag — musste sich die BMA schließlich vom Chatuchak Markt zurückziehen und die komplette Verwaltung der SRT übergeben.

Die Geschäftsleitung der State Railway of Thailand kündigte sogleich an, dass sie mit dem bisherigen “nostalgischen Basar-Konzept” des Marktes nicht einverstanden sei und die gesamte Fläche von über einem Quadratkilometer mit mehr als 10.000 Ständen und kleinen Ladengeschäften moderner und wettbewerbsfähiger machen wolle. Das Ziel sei, einen gut sortierten und organisierten Markt in modernem Ambiente zu gestalten, der mit den großen Märkten in Tokyo und Singapur konkurrieren könne.

Jetzt gab ein Sprecher der SRT auf einer Pressekonferenz bekannt, dass man bis Ende November eine Online-Plattform und eine App vorstellen werde, auf der Stände und Läden des Marktes gelistet werden sollen. Die dreisprachige App (Thai, Englisch, Chinesisch) werde in Zusammenarbeit mit der Siam Commercial Bank (SCB) entstehen und beinhalte das neue elektronische Zahlungssystems PromptPay. Theoretisch können Kunden auf diese Weise Produkte kaufen, ohne den Markt überhaupt zu besuchen.

Viele der Händler sehnen sich nach den alten Zeiten unter der BMA-Verwaltung zurück … vor allem, da sich die meisten der bisherigen “Modernisierungskosten” in Form von Mieterhöhung der Standflächen bemerkbar machten.