Auf den Philippinen haben Tausende bei der Beerdigung eines Schülers gegen die brutale Polizeigewalt demonstriert, die der Staatschef initiiert hat. Kian Delos Santos war von Polizisten regelrecht hingerichtet worden.


Rund 3000 Menschen forderten in der philippinischen Hauptstadt Manila ein Ende des Anti-Drogen-Einsatzes unter Präsident Rodrigo Duterte. Die Polizei hat seit seinem Amtsantritt vor 14 Monaten nach eigenen Angaben bereits 3500 Menschen getötet. Die Angehörigen des in der vergangenen Woche von der Polizei getöteten Schülers zogen nach einer Totenwache gemeinsam mit Klassenkameraden, Geistlichen und Menschenrechtsaktivisten durch die Straßen von Manila. Sie trugen Banner mit Aufschriften wie „Stoppt die Tötungen“ und „Gerechtigkeit für Kian“.


Der 17-jährige Kian Delos Santos war am 16. August in Caloocan, einem Vorort der Hauptstadt, von Polizeibeamten während einer Razzia gegen mutmaßliche Drogenhändler getötet worden. Eine Untersuchung kam zu dem Schluss, dass er mit Kopfschüssen regelrecht hingerichtet wurde, als er wehrlos am Boden lag. Drei Einsatzkräfte wurden deshalb vom Dienst suspendiert. Sie hatten zunächst angegeben, der Jugendliche habe zuvor auf die Polizisten geschossen. Ein Überwachungsvideo zeigte jedoch, dass er unbewaffnet war.


Der Fall löste auf den Philippinen Empörung aus. Selbst Minister im Kabinett von Präsident Duterte verurteilten die Tötung. Duterte hat einen erbarmungslosen „Krieg gegen Drogen“ angekündigt, den nach Umfragen eine Mehrheit der Bevölkerung befürwortet. Nach einer Studie der Menschenrechtsorganisation Amnesty International erschießt die philippinische Polizei jedoch systematisch Unbewaffnete, fälscht Beweismittel und heuert sogar Auftragsmörder an.






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