Die philippinische Polizei hat bei nächtlichen Anti-Drogen-Einsätzen in Manila 58 Menschen getötet. Präsident Rodrigo Duterte zeigte sich zufrieden. Haftstrafen haben die beteiligten Beamten nicht zu fürchten.


Manila. Die philippinische Polizei hat bei nächtlichen Anti-Drogen-Einsätzen in Manila 26 weitere Menschen getötet. Die Gesamtzahl der Getöteten stieg damit innerhalb von drei Tagen auf 58. Präsident Rodrigo Duterte zeigte sich zufrieden mit den Einsätzen und versicherte den beteiligten Beamten, sie hätten keine Haftstrafen zu befürchten.


Wer im Zusammenhang mit seinem Dienst in Schwierigkeiten gerate, müsse sich keine Sorgen machen, sagte Duterte vor Polizeibeamten. Er werde nicht zulassen, dass sie ins Gefängnis kämen. Der Präsident räumte ein, es könnte schwierig werden, bis zum Ablauf seiner sechsjährigen Amtszeit den Drogenhandel unter Kontrolle zu bekommen. Die Einsätze würden jedoch unerbittlich weitergehen. Duterte kündigte außerdem eine Belohnung von zwei Millionen Peso (34.000 Euro) für jeden getöteten Polizisten an, der in den Drogenhandel verstrickt sei. Fragen würden nicht gestellt.


Bereits am Mittwoch wurden in der nordphilippinischen Provinz Bulacan 32 mutmaßliche Drogenhändler getötet. Mehr als 100 weitere wurden festgenommen.


Nach Polizeiunterlagen sind seit Beginn des landesweiten Anti-Drogen-Vorgehens von Duterte vor einem Jahr mehr als 3200 mutmaßliche Drogenkriminelle bei Feuergefechten mit Beamten getötet worden. Menschenrechtsgruppen berichten von einer höheren Zahl von Toten und fordern eine unabhängige Untersuchung zu Dutertes möglicher Rolle bei der Gewalt.






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