Für Anleger können Schwellenländer eine lukrative Investition sein. Doch zuletzt enttäuschten Russland, Brasilien oder Venezuela die hohen Erwartungen. Experten empfehlen inzwischen Alternativen.


Viele Schwellenländer enttäuschten in den vergangenen Jahren. Da sind die einen, die inzwischen in echten wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecken, meist Rohstofflieferanten wie Russland oder Brasilien, von Venezuela ganz zu schweigen, das inzwischen in totalem Chaos versinkt. Andere wachsen zwar weiter, allerdings inzwischen weit weniger stark als noch vor Jahren, beispielsweise China.


Das durchschnittliche Wachstum jener Länder, die im MSCI-Schwellenländerindex vertreten sind, betrug 2007 noch acht Prozent, im vergangenen Jahr lag es nur noch bei 3,5 Prozent. Und rechnet man China und Indien heraus, so bleibt eine Rate von gerade mal noch einem Prozent – weniger als in Deutschland.


Diese Entwicklung ist letztlich wenig überraschend. Denn je reicher ein Land wird, desto stärker sinken die Wachstumsraten. Ab einem bestimmten Entwicklungsstand sind Zuwächse von fünf oder acht Prozent schlicht nicht mehr möglich. Daher erwartet der internationale Währungsfonds für kein einziges jener Schwellenländer, die er in der Kategorie „fortgeschritten“ rubriziert, eine Wachstumsrate von mehr als vier Prozent.


Doch es gibt eben auch jene Länder, die noch nicht so fortgeschritten sind, die noch deutlich ärmer sind, oder anders ausgedrückt: die noch mehr Aufholpotenzial haben. Und viele dieser Staaten nutzen dieses Potenzial auch, vor allem in Asien. Sieben solcher Länder hat die Anlagegesellschaft Matthews Asia, eine auf Asien spezialisierte US-Investmentgesellschaft, als vielversprechend für Anleger aufgetan. Dies sind Indien, Indonesien, Pakistan, Bangladesh, Sri Lanka, die Philippinen und Vietnam.


Diese sieben neuen Tigerstaaten brachten es im vergangenen Jahr auf eine durchschnittliche Wachstumsrate von 5,93 Prozent. Dies liegt einerseits an dem Aufholpotenzial, das diese Länder noch haben, andererseits aber auch an der jungen und wachsenden Bevölkerung. Deren Median-Alter liegt zwischen 22 und 32 Jahren, in Deutschland steht es bei über 46 Jahren. Der Median ist der Punkt, an dem genau die Hälfte darunter und die andere darüber liegt.


Bei Matthews Asia geht man davon aus, dass mit dem höheren Wachstum der Wirtschaft auch eine stärkere Gewinnsteigerung bei den Unternehmen der Länder einhergeht – mit entsprechenden Folgen für deren Aktienkurse. Dies sei vor allem deshalb lukrativ für Anleger, da diese Länder von den meisten Investment-Profis noch nicht entdeckt wurden. Das zeigt sich bei der Abdeckung dieser Märkte durch Banken-Analysten, die nach wie vor gering ist.


Allerdings zeigt ein Blick auf die Kursentwicklung der vergangenen fünf Jahre, dass dies vielleicht auch einen guten Grund hat. Denn zwar können diese Märkte sehr lukrativ sein. So stieg der Index der pakistanischen Aktien in diesem Zeitraum zwar um 136,8 Prozent, auch Indien und die Philippinen brachten es auf über 70 Prozent. Das ist vor allem im Vergleich zum Durchschnitt der Schwellenländer beeindruckend, der nur neun Prozent beträgt.


Es gibt aber auch große Risiken, wie das Beispiel Vietnams zeigt. Dort legten die Kurse in fünf Jahren gerade mal 6,5 Prozent zu, Bangladesh und Sri Lanka bringen es auch nur auf Werte zwischen 30 und 40 Prozent – die Kurse deutscher Aktien stiegen im selben Zeitraum fast doppelt so stark. Erfolg und Misserfolg liegen also eng beieinander.


Und dann ist da noch das politische Risiko. Vietnam verfügt nach wie vor über eine sozialistische Kommandowirtschaft, die Philippinen entwickeln sich gerade in Richtung einer Diktatur, in Pakistan musste der Regierungschef soeben wegen Korruptionsvorwürfen zurücktreten, und die übrigen Staaten gelten auch nicht als besonders stabil, vielleicht abgesehen von Indien. Wr also auf die neuen Tiger setzen möchte, hat vielleicht gute Aussichten auf satte Gewinne – er muss aber auch bereit sein, das Risiko zu tragen.






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