Nur Bares ist Wahres? Indonesien plant den Erwerb von elf Kampfflugzeugen der Serie Sukhoi SU-35. Bezahlt wird jedoch nicht etwa in US-Dollar, sondern mit Palmöl, Kaffee und Tee. Ein ungewöhnlicher Deal, der Schule machen könnte.


Der asiatische Inselstaat mit der weltweit größten muslimischen Bevölkerung habe demnach eine entsprechende Absichtserklärung vergangene Woche in Moskau unterzeichnet, hieß es aus dem indonesischen Handelsministerium. Jakarta möchte die gewünschte Ware allerdings nicht etwa in Dollar bezahlen, sondern gegen eine andere, eher klassische Währung geliefert bekommen: Naturalien. Die ungewöhnliche Idee der Bezahlung mit Rohstoffen ist bereits vergangenes Jahr aufgekommen.


Nun konkretisierten beide Seiten den geplanten Deal in einer Erklärung. Durch diese ungewöhnliche Vereinbarung wird der Inselstaat in die Lage versetzt, von den immer neuen Sanktionen gegen Russland zu profitieren, erklärte der indonesische Handelsminister Enggartiasto Lukita vergangene Woche bei einem Treffen in Moskau:


Das ist eine Gelegenheit, die wir ergreifen sollten“, wird der Minister von AFP zitiert.


Der Absichtserklärung gingen drei Jahre intensiver Verhandlungen zwischen Moskau und Jakarta voraus. Ende des laufenden Jahres könnte der Waffenhandel demnach von beiden Parteien unterzeichnet werden, berichtet die US-amerikanische Militärseite Defensenews.com.


Verantwortlich für das geplante Tauschgeschäft zeichnen demnach der russische Staatskonzern Rostec und das indonesische Handelsunternehmen PT Perusahaan Perdagangan Indonesia. Die konkreten Details des Handels wurden noch nicht veröffentlicht. Doch eines scheint fest zu stehen: Indonesien wird die Rechnung für die russischen Kampfjets mit Exportprodukten begleichen.
Win-Win-Szenario für beide Seiten


Enggartiaso zufolge geht es dabei vor allem um die indonesischen Exportschlager Kaffee, Tee und Palmöl. Demnach beinhalte der Deal


[…] den Austausch von elf Stück Sukhoi SU-35 gegen eine Anzahl indonesischer Exporte, angefangen von Kaffee und Tee, bis hin zu Palmöl und weiteren strategischen Produkten.


Sowohl für Jakarta als auch Moskau scheint es sich bei dem ungewöhnlichen Geschäft um eine Win-Win-Situation zu handeln. Die russische Verteidigungsindustrie erschließt sich durch den Tauschhandel einen lukrativen neuen Markt, denn bisher bezog Indonesien militärische Güter vor allem aus westlichen Staaten. Zuletzt hatte Moskau Maßnahmen eingeleitet, um die nach wie vor vorhandene Abhängigkeit vom US-Zahlungssystem weiter zu reduzieren. Der stellvertretende Außenminister Sergej Rjabow hatte am Montag davon gesprochen, dass derartige Maßnahmen „zu einer dringenden Notwendigkeit geworden“ sein.


Auf der anderen Seite handelt es sich bei Indonesien um den weltweit größten Palmöl-Produzenten. Um die zurückgehende Nachfrage nach dem Naturprodukt im Westen auszugleichen, kommen die neuen russischen Partner gerade recht. Wer von dem Geschäft allerdings nicht profitiert, ist, neben den bisherigen Handelspartnern Indonesiens, vor allem die Umwelt. Palmöl ist das meistgenutzte Pflanzenöl der Welt, da es sich einfach und ertragreich anbauen lässt und vielseitig einsetzbar ist. Seine Umweltbilanz ist jedoch fatal.
Palmöl-Monokulturen bleiben belastendes Element für die Umwelt


Seinetwegen werden nicht nur in Indonesien seit Jahrzehnten gigantische Flächen Regenwald abgeholzt. Um Platz für die Monokulturen zu schaffen, verlieren in Folge bedrohte Tiere wie etwa Elefanten, Orang-Utans und Nashörner ihren Lebensraum.


Wie die Nachrichtenseite Jakarta.globe zu berichten weiß, vereinbarten derweil Russland und Indonesien während eines Treffens am Mittwoch in Jakarta auch, ihre bilateralen Beziehungen durch Handel, den Austausch von Informationen und Maßnahmen gegen den internationalen Terrorismus zu stärken. Demnach unterzeichneten die Außenminister Retno Marsudi und Sergej Lawrow einen „Konsultationsplan“ für die Jahre 2017 bis 2019, mit der Absicht, den bilateralen Dialog zu intensivieren.


Bei den Gesprächen werde es demnach auch um Konfliktlösungsansätze für den Nahen Osten und die gemeinsame Bekämpfung „regionaler und globaler Bedrohungen“ gehen. Marsudi erklärte:


Wir planen unsere umfassende Partnerschaft aus dem Jahr 2003 zu erneuern und in eine strategische Partnerschaft umzubauen. Wir haben ein Team damit beauftragt, einen entsprechenden Dokumenten-Entwurf auszuarbeiten.


Indonesien besitzt bereits 16 Suchoi-Jets. Die ersten Flugzeuge hatte Jakarta im Jahre 2003 erworben. Die USA hatten zuvor wegen „Menschenrechtsverletzungen des indonesischen Militärs“ ein Waffenembargo verhängt.






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