Thailand: Kritischer Journalist muss sich für angebliche Volksverhetzung verantworten

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Bangkok – Der kritische Journalist Pravit Rojanaphruk wurde am Montag bei der Polizei vorstellig, weil ihm Volksverhetzung vorgeworfen wird.

Pravit war 20 Jahre lang bei der englischsprachigen Tageszeitung „The Nation“. Wegen seiner kritischen Äußerungen war ihm von seinem Arbeitgeber nahe gelegt worden, sich eine andere Beschäftigung zu suchen. Daraufhin wechselte er zu „Khaosod“.

Pravit erschien bei der Polizeisondereinheit Technology Crime Suppression Division, die sich mit Verbrechen beschäftigt, die online begangen werden.

„Ich bin von den Vorwürfen nicht überrascht“, sagte der 49-Jährige. „Wir wissen alle, dass wir unter dem NCPO-Regime leben. Jeder, der den NCPO kritisiert, muss den Preis dafür bezahlen.“

Die Polizei sagte, Pravit werde wegen zwei Fällen vor Gericht gestellt. In einem geht es um Facebook-Postings, in denen er sich im Februar 2016 über die jetzt gültige Verfassung kritisch geäußert hatte. Im zweiten Fall geht es um fünf Facebook-Postings im Juni und Juli, in denen er sich kritisch über Premierminister General Prayuth Chan-ocha und seine Regierung geäußert hatte.

Die Anklage wird in beiden Fällen auf Volksverhetzung und Verstoß gegen das Computerkriminalitätsgesetz lauten. Im Falle eines Schuldspruches drohen dem Journalisten 14 Jahre Gefängnis.