Es gibt auch Menschen, die aus dem Westen fliehen. Ein beliebtes Ziel ist Thailand. Die Integration ist gescheitert. In Deutschland würde man wohl von einer Parallelgesellschaft sprechen. Eine Weltgeschichte.


Bangkok. Thailands Behörden sind immer für Überraschungen gut. Diesen Monat haben Polizisten stichprobenhaft kontrolliert, ob Ausländer bei der Einreise 20.000 Baht (rund 500 Euro) vorweisen können. Falls es diese Vorschrift jemals tatsächlich gab, wurde sie seit Jahrzehnten nicht mehr angewandt. Einige Ankömmlinge mussten erst mal in den Flughafenknast.


Es ist nicht der erste Versuch Thailands, seine Grenzen genauer zu kontrollieren. In der Regel sind die Anstrengungen aber erfolglos. Im Urlaubsparadies tummeln sich deswegen zahlreiche Flüchtlinge aus dem Westen. Sie fliehen vor dem Finanzamt, ihren Ehefrauen oder der Langeweile. Längst nicht alle leben legal hier oder haben ein Auskommen. Ich habe mal einen arbeitslosen Deutschen getroffen, der seit neun Jahren in Thailand wohnt und praktisch keine Papiere mehr hat. Er verlässt das Land einfach nicht mehr.


Die Integration vieler dieser Flüchtlinge ist gescheitert: Manche lungern schon nachmittags in Grüppchen an den Bars herum, sie stieren jungen einheimischen Mädchen nach und haben kein Interesse daran die Landessprache zu lernen. Falls es etwas wie eine thailändische Leitkultur gibt, wird sie entschieden abgelehnt. In Deutschland würde man wohl von einer Parallelgesellschaft sprechen.


Die Thais ertragen das bisher mit buddhistischer Gelassenheit. Doch es gibt Anzeichen, dass sich das ändert, denn die Gäste aus dem Westen schlagen über die Stränge. Der in Thailand lebende Youtuber Nathan Bartling, ein Schwarm hunderttausender Thai-Teenager, ließ jüngst einen Skorpion gegen eine Hauskatze kämpfen. Es folgte ein Aufschrei, als hätte ein syrischer Flüchtling die Schächtung eines deutschen Dackels live gestreamt. Nach weiteren Skandalen wurde Bartling bei einer Pressekonferenz von der Einwanderungspolizei live abgeführt.


In sozialen Netzwerken wächst zudem die Wut über immer häufiger auftauchende “Backpackers”: Sie betteln auf der Straße, um ihre meist kurzfristigen Aufenthalte in Thailand finanzieren können. Ein Deutscher hat schon fast legendären Status erreicht: Er leidet an Elephantitis, aufgrund seines stark geschwollenen Beins wird ihm viel Geld zugesteckt. Die Einnahmen verprasst er anschließend in Nachtclubs.


Doch während solche Aktionen die Willkommenskultur der Thais auf die Probe stellen, so ist das Land doch längst von den heimlichen Einwanderern abhängig geworden. Der Englischunterricht ruht weitgehend auf den Schultern junger Briten, Amerikaner und Australier. Ein Großteil von ihnen wird in den Schulen illegal beschäftigt – sie sind praktisch das Pendant zu den Erntehelfern aus dem Süden in Spanien oder Amerika. Lässt sich die Globalisierung noch zurückdrehen? Zumindest die größten Störenfriede sollen gehen. Ein Twitter-Nutzer appellierte bereits direkt an den Anti-Globalisten Donald Trump: Der Präsident soll den Youtuber Nathan Bartling doch bitte wieder zurück in die USA holen.






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