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Sieg für Umweltgruppen – Kambodscha verbietet Sandexporte

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Kambodscha hat aus Gründen des Umweltschutzes alle Sandexporte verboten und beendet damit offiziell den Verkauf von Sand an Singapur nach einem vorübergehenden Stopp.

Das Ministerium für Bergbau und Energie teilte am 11. Juli mit, dass der größte Teil des Sandes von Kambodscha an den Stadtstaat geliefert worden war. Umweltgruppen haben Druck auf die Regierung ausgeübt, damit diese den Handel stoppt. Ihr Argument: Das Ausgraben und Abtransportieren von Sand haben das Ökosystem der Küsten und der benachbarten Gebiete schwer geschädigt.

Der Sand wird knapp – der Hunger nach ihm immer größer – mit verheerenden Folgen für Mensch und Umwelt. Darüber haben wir Netzfrauen schon oft berichtet. Nach Wasser ist Sand der meistgenutzte Rohstoff weltweit. Sand ist der kostbarste Rohstoff der Erde. Sauberes Wasser ist in armen Ländern knapp. Durch Landgrabbing wird Land knapp und die saubere Luft sucht man in Megastädten vergebens. Doch wer denkt schon daran, dass der Sand knapp wird? Sogar die United Nations (UN) haben gerade eine Ausschreibung von einer Lieferung von Sand und Zuschlagstoffen an 10 Städte im Südsudan für die Mission der Vereinten Nationen im Südsudan ausgegeben. Deutsche Konzerne können sich hier melden. Erstaunlich, zumal dort ein schrecklicher Bürgerkrieg herrscht.

Auch für den Wiederaufbau einer Polizeistation im irakischen Gouvernement  Anbaar Governorate, finanziert durch das United Nations Development Programme (UNDP), wird Sand gesucht. Sand braucht auch die Asiatische Entwicklungsbank / Asian Development Bank für die Durchführung von Hochwasser-, Erosions- und Uferschutzmaßnahmen entlang des Flusses Xedon. Dies sind nur einige wenige Projekte aus Februar 2017, bei denen Sand gebraucht wird. Sie denken doch sicher, dass im Irak ausreichend davon vorhanden sein sollte, doch Wüstensand ist – man mag es kaum glauben – nicht zur Betonverarbeitung geeignet. Deshalb haben Baukonzerne bislang Sand aus Flussbetten oder Kiesgruben abgebaut. Doch dieser Vorrat geht langsam zur Neige und so hat die Bauwirtschaft den Meeresboden ins Visier genommen. Lesen Sie hier: The Price of sand – Illegaler Sandabbau in Indien – Uganda und Sansibar haben keinen Sand mehr – Wer denkt schon daran, dass der Sand knapp wird?

Kambodscha verbietet Sandexporte

Umweltgruppen beklagen in Kambodscha, dass in den vergangenen Monaten trotz des vorübergehenden Stopps Sand illegal exportiert wurde. Zuvor hatte es im Mai 2009 ein Teilverbot für bestimmte Arten von Sand gegeben.

Mr Meng, Sprecher des Ministeriums, reagierte auf die Sorgen der Umweltschützer und sagte, das Ministerium stimme ihrer Aussage zu, dass Sandabbau in großem Umfang wirklich umweltschädlich sei. „Sie haben Recht mit ihren Sorgen. Darum hat das Ministerium entschieden, Sandexporte und den Sandabbau in großem Stil zu verbieten“, sagte er Reuters.

Singapur sei der Top-Abnehmer für Sand gewesen bis zum vorübergehenden Stopp m vergangenen Jahr. Seitdem habe es seit 2007 circa 16 Millionen Tonnen Sand importiert.
Skepsis hinsichtlich der Umsetzung [des Verbots]

Sand wird abgetragen … können wir sicher sein, dass Sand nicht exportiert wird?

Das sagt Mrs Lim Kimsor, eine Aktivistin der Gruppe „Mother Nature“, zu der Frage, ob das Sandexportverbot richtig umgesetzt wird.

Vielfältige Quellen

Wir verteilen unser Risiko durch nachgelegene und weiter entfernte Abbaustandorte.

Das sagt Kenneth Loo, zuständig für die Vertragsabschlüsse [mit den Sandanbietern]. Im zufolge streuen Baufirmen in Singapur ihre Bezugsorte – von Vietnam über Myanmar nach China.

Die Handelsdaten der UN, die im vergangenen Jahr veröffentlicht wurden, zeigen [jedoch], dass Singapur seit 2007 72 Millionen Tonnen Sand aus Kambodscha bezogen hatte.

Unklar ist der Grund für diesen Unterschied bei den genannten Exportmengen aus Kambodscha seit 2007 [16 Millionen – 72 Millionen]. Jedoch hat diese Diskrepanz zu Anschuldigungen geführt, dass sich [wohl] kambodschanische Politiker an diesem Handel bereichert haben. Die Botschaft Singapurs in Phnom Penh stand kurzfristig nicht für eine Stellungnahme für Reuters zur Verfügung.

Einige Umweltgruppen bleiben skeptisch, ob das Verbot richtig umgesetzt wird. „Sand wird weiter abgebaut … können wir sicher sein, dass er nicht exportiert wird?“, fragt Mrs Lim Kimsor, Aktivistin der Gruppe „Mother Nature“.

Das Ministerium für nationale Entwicklung Singapurs (MND) reagierte nicht auf Anfragen der Straits Times gestern Abend [11. 7.].

Im Januar hatte es jedoch mitgeteilt, dass Singapur seit vergangenem November in Übereinstimmung mit dem Stopp keinen Sand mehr aus Kambodscha importiert habe. Es wies Vorwürfe zurück, illegal Sand aus dem Land exportiert zu haben, und verwies auf „strenge Kontrollen“, die für den legalen Sandhandel sorgen würden und die örtliche Umweltauflagen berücksichtigten.

Das MND sagte ferner, die Regierung billige keineswegs den Sandschmuggel oder die Fälschung von Exportpapieren – was ihr die kambodschanischen Umweltgruppen vorwerfen.

Früher bezog Singapur den Löwenanteil seines Sands aus Indonesien, bis Letzteres Anfang 2007 abrupt alle Sandexporte nach Singapur aus Gründen des Umweltschutzes verbot.

Das führte zu einer „Sandkrise“: Die Bauaktivitäten kamen fast zum vollkommenen Stillstand und die Sandpreise verdreifachten sich. Ab da streuten die singapurischen Baufirmen ihre Sandbezugsquellen, die sich nun in Vietnam, Myanmar und China befanden. Kenneth Loo, zuständig für die Vertragsabschlüsse [mit den Sandanbietern], teilte der Straits Times mit, dass diese Streuung den Einbruch durch das kambodschanische Verbot auffangen könnte.

Er fügte hinzu, dass die Auswirkung des Verbots davon abhängen würde, wie viel Kambodscha selbst an Sand brauchen würde – Darüber gibt es noch keine Daten.