Männer begrapschen Pappfigur – Shell will Werbung in Malaysia zurückziehen

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Eine Mitarbeiterin einer Shell-Tankstelle hält am 04.07.2017 in Bentong (Malaysia) lebensgroße Pappbild einer Mitarbeiterin. Das lebensgroße Pappbild sollte Werbung für Shell-Tankstellen machen. Doch nach Berichten und Bildern in sozialen Medien von Männern, die die Pappfigur küssen oder begrapschen, will der Ölkonzern sie nun aus Hunderten Tankstellen in dem vorwiegend muslimischen Land unverzüglich entfernen. Aktivisten stellten angesichts des «geschmacklosen und anzüglichen Verhaltens» der malaysischen Männer deren Integrität in Frage. (zu dpa "Weibliche Pappfigur betatscht - Shell entfernt Werbung in Malaysia" vom 05.07.2017) Foto: Mohd Rasfan/AFP/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

 
 
 

Tanken und grapschen: In Malaysia konnten einige Männer ihre Finger nicht von einer weiblichen Werbe-Pappfigur lassen. Nun soll sie entfernt werden.

Mit dem lebensgroßen Pappbild einer Mitarbeiterin wollte Shell in Malaysia für seine Tankstellen werben. Doch einige Männer fühlten sich wohl anders angezogen als von dem Ölkonzern beabsichtigt: In sozialen Medien sind Bilder von Männern aufgetaucht, die die Pappfigur küssen oder begrapschen. Nun will Shell sie aus Hunderten Tankstellen in dem vorwiegend muslimischen Land entfernen.

Die Handlungen seien „entwürdigend und verletzen die malaysische Kultur und die Werte von Shell“, hieß es in einer Mitteilung des Konzerns. Die lebensgroße Pappfigur zeigt eine junge Frau mit Kopftuch. Sie trägt ein langärmeliges, rotes Shell-Hemd und eine Hose.

Die 25-jährige Mitarbeiterin, die für das Foto Modell gestanden hatte, sagte Lokalmedien, sie finde das Verhalten verstörend. „Für sie ist es ein Witz, aber ich schäme mich, weil das bin immer noch ich“, sagte sie dem Portal „mStar“. Auch ihr Mann sei nicht begeistert. Einer der Männer entschuldigte sich mittlerweile bei dem Ehemann der Frau und ihrer Familie dafür, ihr Abbild geküsst zu haben, wie die Zeitung „Free Malaysia Today“ berichtete.

Die Anwältin und Menschenrechtsaktivistin Nik Elin Rashid sagte, das Geschehen zeige den „mangelnden Respekt einiger Männer gegenüber Frauen“. Sie sprach sich dafür aus, dass Shell die Figur nicht zurückziehe.