Bitcoin – positive Überraschung aus Asien

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Der Bitcoin hat 2017 eine beeindruckende Rally hingelegt. Wir haben uns zuletzt die Frage gestellt, ob der Bitcoin eher Spekulation oder Geldanlage ist. In Südkorea schreitet die Etablierung des Bitcoin weiter voran. Dazu stellen wir die Einschätzung der Etoro-Experten vor.

Mati Greenspan, Senior Market Analyst bei der Social-Trading-Plattform eToro, kommentiert die aktuellen Entwicklungen im Bereich Kryptowährungen:

„Die Regierung Südkoreas hat am Montag Pläne bekannt gegeben, die Kryptowährung Bitcoin rechtlich legalisieren und Transaktionen via Bitcoin regulieren zu wollen. Entsprechende Gesetzentwürfe würden derzeit ausgearbeitet.

Südkorea ist bislang in diesem Jahr einer der größten Käufer digitaler Währungen. Diese Ankündigung ist daher eine sehr positive und gut getimte Überraschung für alle Blockchain-Enthusiasten. Zudem akzeptieren ab heute 334 japanische Läden die Kryptowährung als Zahlungsmittel. Eine Entscheidung der indischen Regierung zu digitalen Währungen wird bis Ende des Monats erwartet und wir hoffen auf weitere gute Neuigkeiten.

Allerdings belastet die sprunghaft ansteigende Zahl neuer Nutzer die Bitcoin-Blockchain, die für diese Masse an Transaktionen nicht ausreichend stark konzipiert wurde. Jedoch arbeitet die Bitcoin Community voller Eifer am Ausbau der Blockchain und eine Lösung für das Problem könnte innerhalb der nächsten 30 Tage gefunden sein.

Scheinbar unabhängig dieser Entwicklungen hat Goldman Sachs seine Prognose geändert. Es sei ein bedeutender Kursverfall zu erwarten sei bevor der Kurs bis Jahresende auf 4.000 Dollar steigen könnte.“

Andere Analysten sind skeptischer, denn die Digitalwährung ist umstritten und hat laut einer frischen Studie  kaum Chancen, sich langfristig gegen klassische Währungen durchzusetzen.

Glauben jedenfalls die Privatbank Berenberg und das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI), die zuletzt ihre Ergebnisse präsentierten. Wir bei Feingold Research schauen auf soviel Skepsis interessiert, hat sich doch das passende Zertifikat sehr gut entwickelt, womöglich ist es nun etwas überhitzt. Trotzdem wird Bitcoin immer beliebter, die Social-Trading-Anbieter Ayondo und EToro bieten Spekulation auf Bitcoin an.
Schauen wir auf die Fakten:

Bislang werde der Bitcoin kaum vom Handel akzeptiert, stellten die Autoren der Studie in Frankfurt fest, so meldet auch dpa. So seien es gerade mal 44 Geschäfte in der Bitcoin-Hochburg Berlin, die die Digitalwährung als Zahlungsmittel akzeptierten. Dabei sei es vor allem die nach wie vor hohe Volatilität, die ein schwerwiegendes Problem darstelle. “Es ist keine Seltenheit, dass die Bitcoin-Kurse innerhalb eines Tages um mehr als 10 Prozent schwanken.” Für Konsumenten und Unternehmen bedeute das ein gleichsam hohes Risiko. “So lange das so bleibt, besteht von beiden Seiten des Marktes kein Interesse, Bitcoins zu akzeptieren oder auszugeben”, sagte Berenberg-Volkswirt Jörn Quitzau.

Zwar stellt der zugrundeliegende Algorithmus bei der Schöpfung von Bitcoins sicher, dass die maximale Geldmenge auf 21 Millionen Einheiten beschränkt ist. Eine Garantie für einen langfristigen Aufwärtstrend gebe es dadurch aber nicht. Denn theoretisch könnten immer neue Digitalwährungen geschaffen werden. Schon jetzt existieren rund 870 verschiedene Kryptowährungen mit einem aktuellen Gesamtwert von über 112 Milliarden US-Dollar.

Die Absturzgefahr für den Bitcoin sei angesichts dieser starken Konkurrenz immens. “Manche von uns geäußerte Kritik mag sich auflösen, wenn die Digitalwährungen erst einmal aus den Kinderschuhen herausgewachsen sind”, räumten die Autoren ein. Der dahinterliegenden Technik – der sogenannten Blockchain – sprechen sie in jedem Fall ein hohes Zukunftspotential mit vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten zu.

“Blockchain wird sich nicht nur im Bereich der Finanzmärkte, sondern auch weitergehend in der Wirtschaft durchsetzen”, sagte der Ökonom Henning Vöpel vom HWWI. Das, was bisher der Mensch erledige, werde in Sekunden von Rechnern abgearbeitet, fehlerfrei und lückenlos nachweisbar. Unter Blockchain versteht man eine große Datenbank, die nicht auf einem einzigen Server liegt, sondern dezentral auf viele Rechner verteilt ist – und jeder Teilnehmer hat im Prinzip die gleichen Zugriffsrechte.

“Ein Investment in Bitcoin ist bis auf Weiteres trotzdem eher als Wette denn als Geldanlage einzustufen”, sagte Quitzau. Den bisherigen Preisanstieg halten die Experten für spekulativ übertrieben, auch wenn es bislang noch keine vorhersehbare Grenze nach oben gebe. “Die Preisentwicklung lebt von der Euphorie der Anleger”, so Quitzau. Seit Beginn des Jahres hat sich der Wert eines Bitcoin fast verdreifacht. An einigen Börsen knackte er zuletzt die 3000-Dollar-Marke.