Thailand: Migranten und Arbeitgeber sollen nicht erpresst werden

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Bangkok – Wieder wurde ein Exodus von Migrantenarbeitern ausgelöst. Zehntausende verlassen das Land. Die Polizei warnte vor Erpressungsversuchen durch die Polizei.

Der nationale Polizeichef Chakthip Chaijinda ordnete an, dass Polizeibeamte in ganz Thailand keinesfalls Schmiergelder entgegen nehmen oder Migranten und deren Arbeitgeber erpressen sollten, weil harte Strafen drohen.

Der Befehl kam im Zuge der Versuche der Regierung, das Immigrationssystem für Arbeiter aus Burma, Kambodscha und Laos zu regulieren. Arbeitgebern drohen hohe Geldstrafen für jeden illegalen Migrantenarbeiter, den sie für sich arbeiten lassen.

Das löste einen Exodus aus, weil die Arbeitgeber es kompliziert finden, die illegalen Arbeiter zu legalisieren. Daher werden sie entlassen und kehren in die Heimat zurück, falls sie nicht vorher von der Polizei verhaftet und abgeschoben werden.

Die Öffentlichkeit kritisierte die Polizei, weil es Fälle gibt, in denen sie Schmiergelder von illegalen Migranten und deren Arbeitgeber annimmt, und im Gegenzug dürfen dann illegale Migranten weiter beschäftigt werden.

Unterdessen forderte eine Organisation, die sich für die Rechte von Migranten einsetzt, die Regierung auf, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, damit den Migrantenarbeitern im Land geholfen wird, legal zu werden.

Der Direktor des Netzwerks zur Förderung des Arbeitsrechts, Sompong Sakaew, sagte, in Thailand hielten sich ca. fünf Millionen Migrantenarbeiter auf, von denen aber nur um die 2,6 Millionen korrekt inklusive Arbeitserlaubnis registriert seien. Die übrigen hätten eine Arbeitserlaubnis für andere Tätigkeiten oder gar keine. Wie viele es genau sind, weiß niemand.

Sompong warnte, dass dem Land eine zweite Arbeiterkrise wie 2014 ins Haus stünde, wenn die Regierung nichts unternehme. Damals hatten vor allem Kambodschaner das Land verlassen.

„Eine neue Krise wird jeden Teil der thailändischen Wirtschaft treffen“, sagte Sompong voraus. Zum Beispiel wird jedes große Bauprojekt zum Erliegen kommen, weil die meisten Bauarbeiter Migranten sind, die über Subunternehmer eingestellt wurden.“

Zwar wird das neue Gesetz in Bezug auf die Migranten erst in vier Monaten angewandt werden, doch schon jetzt haben innerhalb von drei Tagen etwa 30.000 Burmesen das Land verlassen, während gleichzeitig Tausende Kambodschaner in die Heimat zurückkehrten.