Asien schlägt Brücke zu Jade-Weser-Port

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In Zukunft soll es einen regelmäßigen Dienst geben. Die Umschlagzahlen steigen deutlich.

Wilhelmshaven Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) spricht gegenüber dieser Zeitung von einem „Meilenstein“. Um im Bild zu bleiben, wäre der Vergleich mit einem regelrechten Gebirge wohl richtiger. Denn an diesem Sonntag macht mit der „OOCL Hong Kong“ das weltgrößte Containerschiff im Jade-Weser-Port fest. Ein beeindruckender Riese vor der Kulisse von Wilhelmshaven: 400 Meter lang, 59 Meter breit und mit einem Tiefgang bis zu 16 Meter. Ein Gigant der Meere, der bis zu 21 413 Standardcontainer tragen kann, und ein Botschafter einer neuen Epoche: Im Wochenrhythmus pendeln demnächst solche Riesen zwischen Asien und Wilhelmshaven – mit Ankunft wohl immer samstags.

„Niedersachsen ist das logistische Herz Europas und wird durch diesen Dienst direkt mit Asien und den Häfen, Shanghai, Ningbo, Xiamen, Yantian sowie Singapur verbunden“, freut sich Lies: „Inzwischen sind in Wilhelmshaven acht Reeder vertreten und nicht, wie bislang nur zwei“.

Und die Fantasie öffnet weitere Türen. „Das zweite Schiff dieser Serie wird die „OOCL Germany sein, deren Ersteinlauf in Wilhelmshaven für den 14. Oktober erwartet wird“, blickt der Wirtschaftsminister schon weiter voraus. Damit erscheint die Zukunft des Jade-Weser-Ports nach schleppendem Beginn in einem ganz neuen Licht. Nach einem Wachstum von 13 Prozent im letzte Jahr geht Wirtschaftsminister Lies von einer „signifikanten Umschlagssteigerung für 2017“ aus. „Damit können wir die eine Million Container für das Jahr 2018 anpeilen und dann die Planungen für die zweite Ausbaustufe des Jade-Weser-Ports beginnen“, betont Lies.

Ein Optimismus, der auch von Unternehmern der Region geteilt wird. „Mehr Schiffabfahrten, mehr Abfahrts- und Zielhäfen und mehr Ladung“, erwartet auch John Niemann von der Wilhelmshavener Wirtschaftsvereinigung. Zudem weckten neue Zugverbindungen, etwa nach Hamburg, ins Ruhrgebiet und in den süddeutschen Raum, sehr viel mehr Interesse bei Kunden.

Auch Eurogate als Betreiber des Container Terminals setzt auf Wachstum. „In Wilhelmshaven haben wir optimale Bedingungen, um die neuen Containerriesen schnell und effizient abfertigen zu können“, sagt eine Sprecherin. Eurogate geht von neuen Impulsen aus. Bereits nach einem Monat zeichnen sich demnach positive Entwicklungen für Hinterlandverkehre mit bis zu 25 Zügen pro Woche ab.

Lies erhofft sich weiteren Schub durch Digitalisierung: „Wir brauchen am Ende eine digitale Plattform, auf der sich die drei Containerhäfen Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven positionieren“.