China lässt todkranken Nobelpreisträger frei

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Der wegen «Untergrabung der Staatsgewalt» in China inhaftiert gewesene Dissident Liu Xiaobo ist wegen Leberkrebs vorzeitig entlassen worden.

Der chinesische Friedensnobelpreisträger und Dissident Liu Xiaobo ist laut seinem Anwalt aus der Haft entlassen worden. Bei Liu sei im Mai eine unheilbare Leberkrebserkrankung festgestellt worden, kurz darauf sei er aus medizinischen Gründen freigekommen.

Liu lasse sich nun in einem Spital in Shenyang in der nordöstlichen Provinz Liaoning behandeln. Er habe «keine besonderen Pläne», fügte der Anwalt heute hinzu.

Mitverfasser der «Charta 08»

Liu war 2009 wegen «Untergrabung der Staatsgewalt» zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Ein Jahr später wurde der Schriftsteller und Menschenrechtler mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Entgegennehmen konnte er die Auszeichnung nicht.

Liu Xiaobo war Ehrenvorsitzender des chinesischen Pen-Clubs unabhängiger Schriftsteller und Mitverfasser der 2008 von 300 Intellektuellen unterzeichneten «Charta 08», in der demokratische Reformen gefordert werden. Der Literaturwissenschaftler sass schon nach der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung 1989 in Peking mehrmals in Haft.