Japanischer Airbag-Hersteller Takata insolvent

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Drei Jahre nach dem Bekanntwerden des Skandals um explodierende Airbags hat der Autozulieferer Takata Insolvenz angemeldet. Es ist eine der größten Firmenpleiten der japanischen Wirtschaftsgeschichte.

Ein Großteil der Firma würde jedoch für 1,4 Milliarden Euro vom US-Konkurrenten Key Safety Systems (KSS) gekauft, teilte Takata in Tokio mit. Neben dem Mutterkonzern wird auch die US-Tochter TK Holdings in die Insolvenz geschickt. In Europa ist dagegen nicht geplant, Insolvenzverfahren einzuleiten.

Angesichts von Verbindlichkeiten von mehr als einer Billion Yen (8,1 Milliarden Euro) ist es eine der größten Insolvenzen in Japans Wirtschaftsgeschichte. Das Aus für Takata kommt nicht überraschend. Technische Probleme bei den Airbags der Firma waren 2014 bekannt geworden. Seitdem belasten Rechtsstreitigkeiten und Rückrufaktionen die Bilanzen des Unternehmens.

Die eingebauten Luftkissen von Takata konnten in Sekundenbruchteilen platzen und durch heiße Metallteile Fahrer und Beifahrer verletzen oder töten. Die explodierenden Airbags werden mit 16 Todesfällen weltweit in Verbindung gebracht, darunter elf in den USA. Fast 100 Millionen Fahrzeuge mussten zurückgerufen werden, 70 Millionen davon in den USA.

Die weltweite Geschäftstätigkeit und die Lieferungen an Kunden sollen auch nach den Insolvenzverfahren ohne Unterbrechung fortgeführt werden. Takata kündigte an, auch die Lieferung von Ersatz-Gasgeneratoren für die laufenden Airbag-Rückrufe weiter fortzusetzen. Angesichts des Weltmarktanteils von 20 Prozent bei Airbags suchten die Autobauer seit Jahren nach einer Lösung, damit Takata die Produktion fortsetzen kann. Durch den nun geplanten Zusammenschluss von nahezu allen Bereichen von Takata und KSS würde ein Anbieter von Sicherheitssystemen für Autos mit etwa 60.000 Mitarbeitern in 23 Ländern geschaffen.