Vietnam ist in aller Munde

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Nach dem Nein von US-Präsident Donald Trump zum Freihandelsabkommen TPP wollen die verbleibenden elf Staaten das Abkommen alleine fortführen. TPP sollte die größte Freihandelszone der Welt werden. Mit an Bord: Vietnam! Das Land ist in aller Munde und es gilt als das asiatische Land mit Potenzial. Mit TPP würde Hanoi einen weiteren Handelsschub erleben, zumal Vietnam schon jetzt enorm von seinen Kontakten in die Region profitiert. Da das Land die niedrigsten Lohnkosten der TPP-Mitgliedsländer hat, positionieren sich exportorientierte Betriebe schon jetzt. Insbesondere die Nachbarn aus den ASEAN-Staaten engagieren sich: Die größten Kapitalgeber sind Südkorea, Japan und Taiwan, die Teile der Produktion von China nach Vietnam verlagern. Rund 70 Prozent der vietnamesischen Gesamt-Exporte werden inzwischen von ausländischen Unternehmen in Vietnam hergestellt, allein der südkoreanische Samsung-Konzern ist für 30 Prozent davon verantwortlich. „Das Niveau der ausländischen Direktinvestitionen steigt von Jahr zu Jahr, wobei der Löwenanteil in die Elektronikbranche fließt, da sich Vietnam zu einem Fertigungs-Zentrum mausert“, weiß Oliver Bell, Portfoliomanager bei T. Rowe Price.

Ein Ort ökonomischer Stabilität

Vietnam erlebt gerade das fünfte Wachstumsjahr in Folge. 2016 waren die Zahlen zwar etwas schwächer. Dies lag zum einen an einer zähen Dürreperiode und zum anderen an einigen von der Regierung erhobene Zöllen, die Importe bestimmter Produkte erschwerten. Dennoch bleibt der Ausblick ungetrübt: Die Regierung rechnet mit einem Wirtschaftswachstum von 6,7 Prozent im Jahr 2017. Vietnam weist aktuell einen großen Leistungsbilanzüberschuss auf. Zudem zeigt sich der Wechselkurs relativ stabil. Gemessen an vergangenen Perioden ist die Inflation mit unter fünf Prozent zudem niedrig, auch wenn sie kürzlich etwas gestiegen ist. Fondsmanager Bell rät Anlegern hier wachsam zu bleiben, da das Inflationsniveau ein guter Indikator dafür sei, wenn eine mögliche Blase zu platzen drohe. Risiken sieht er zudem im hohen Staatsdefizit und einem fragilen Bankensystem.

Musterland unter den Frontier Market

Für ein Engagement in dem laut Fondsexperte Bell „Musterland unter den Frontier Market“ können ETF-Anleger den db x-trackers – FTSE Vietnam UCITS ETF (WKN: DBX1AG) wählen. Der zugrunde liegende Index enthält die ca. 20 Unternehmen des FTSE Vietnam Index, die eine ausreichende Verfügbarkeit für ausländische Beteiligungen aufweisen. Der FTSE Vietnam Index bietet eine breite Abdeckung des vietnamesischen Aktienmarktes. Im laufenden Jahr rentierte der ETF mit 1,99 Prozent, die Kosten liegen bei 0,85 Prozent im Jahr.