Japan kündigt nach erneutem Raketentest Nordkorea’s „konkrete Schritte“ an

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HANDOUT - Die undatierte und von der nordkoreanischen Regierung am 22.05.2017 veröffentlichte Aufnahme zeigt eine ballistische Mittelstreckenrakete vom Typ "Pukguksong-2" bei einem Raketentest an einem unbekannten Ort. (zu dpa "Nordkorea bestätigt weiteren «perfekten» Raketentest" vom 22.05.2017) - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur bei Nennung: Foto: ---/KCNA via KNS/AP/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Die G7-Staaten rufen zu einem Stopp des Raketenprogramms auf, der Druck Chinas wächst ebenfalls: Doch davon lässt sich Nordkorea nicht beeindrucken und feuert erneut eine ballistische Rakete ab.

Nordkorea hat zum dritten Mal im Mai eine ballistische Rakete abgefeuert. Das meldete das südkoreanische Militär. Demnach wurde die Rakete in der Nähe der nordkoreanischen Küstenstadt Wonsan gestartet, das Projektil sei 450 Kilometer in östliche Richtung geflogen und im offenen Meer – möglicherweise sogar innerhalb von Japans Wirtschaftszone – niedergegangen. Bei der Rakete handelte es sich den Angaben Südkoreas zufolge vermutlich um eine Rakete des Typs Scud.

Japan reagierte schärfer als noch bei vergangenen Tests. Man wolle gemeinsam mit der Schutzmacht USA „konkrete Schritte“ unternehmen, um Nordkorea Einhalt zu gebieten, sagte der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe. „Wir können wiederholte Provokationen nicht tolerieren“, sagte der japanische Regierungssprecher Yoshihide Suga. Japan verurteilte den Raketenabschuss „auf das Schärfste“. In Südkorea berief Präsident Moon Jae In eine Sitzung des nationalen Sicherheitsrats ein.

Auch die russische Regierung verurteilte den Raketentest. Das Außenministerium in Moskau rief die internationale Gemeinschaft zudem zur Zurückhaltung auf.

In Washington wurde der Raketentest zunächst kommentarlos zur Kenntnis genommen. „Die US-Regierung weiß Bescheid“, hieß es in einer in Washington verbreiteten Erklärung des Nationalen Sicherheitsrats. „Der Präsident wurde informiert.“

Erst am Samstag hatte die Gruppe der führenden westlichen Industriestaaten Nordkorea eindringlich aufgerufen, seine Atom- und Raketenprogramme „vollständig, nachprüfbar und unumkehrbar“ zu stoppen. In der Abschlusserklärung ihres Gipfeltreffens auf Sizilien ruft die G7 die Weltgemeinschaft auf, ihre Anstrengungen zur Umsetzung entsprechender Uno-Resolutionen zu verdoppeln.

Zuvor wurde bereits eine Flugabwehrwaffe getestet

Mehrere Uno-Resolutionen verbieten Nordkorea den Test von Raketen, die je nach Bauart auch Atomsprengköpfe tragen können. Trotz dieser Resolutionen hat Pjöngjang seit dem vergangenen Jahr Atomversuche und zahlreiche Raketentests durchführen lassen, durch die sich vor allem Südkorea und das G7-Mitglied Japan bedroht fühlen. US-Präsident Donald Trump hat im Gegenzug einen Militärschlag gegen das ostasiatische Land nicht ausgeschlossen.

Pjöngjang hatte zuletzt am 21. Mai eine Mittelstrecken-Rakete ins Meer abgeschossen. Davor hatte Nordkorea am 14. Mai eine noch stärkere Mittelstreckenrakete eines anderen Typs getestet. Nordkorea treibt die Entwicklung von Raketen voran, die nicht nur Südkorea und Japan treffen, sondern auch einen Atomsprengkopf bis in die USA tragen können.

Zudem hatte Nordkorea erst am Sonntag den Test einer Flugabwehrwaffe verkündet. Machthaber Kim Jong Un habe dabei zugeschaut, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Das neue Waffensystem könne „unterschiedliche Ziele, die aus allen Richtungen angeflogen kommen, erkennen und angreifen“. KCNA nannte weder das Datum noch den Ort des Tests.