Unicef: 2,2 Millionen Kinder in Myanmar auf Hilfe angewiesen

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Jeden Tag sterben 150 Kinder – 30% der Bevölkerung sind unterernährt – Massenmord und Verfolgung der muslimische Minderheit, Rohingya

Genf/New York (KNA) Das UN-Kinderhilfswerk Unicef fordert einen besseren Zugang zu rund 2,2 Millionen hilfsbedürftigen Kindern in Myanmar. Andauernde Konflikte und Armut besonders in abgelegenen Landesteilen verhinderten, dass auch die dortige Bevölkerung von den Reform- und Versöhnungsbemühungen der Regierung profitiere, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichen Bericht des Kinderhilfswerks.
Zwar hätten soziale und wirtschaftliche Regierungsmaßnahmen erste Erfolge mit Blick auf die Gesundheit, den Schutz und die Bildung von Kindern gezeigt. Dies gelte jedoch vor allem für die Städte.

Noch immer sterben in Myanmar nach Unicef-Angaben jeden Tag bis zu 150 Kinder unter fünf Jahren; 30 Prozent sind unterernährt. Mehr als die Hälfte aller Kinder lebe unterhalb der Armutsgrenze. Besonders Familien und Kinder in abgelegenen Regionen und Konfliktgebieten drohten von den Entwicklungsfortschritten des Landes ausgeschlossen zu bleiben. Vor allem sie bräuchten jedoch besonderen Schutz und humanitäre Hilfe.Unicef verweist in dem Bericht auf die Lage im konfliktgeplagten Teilstaat Rakhine im Norden des Landes. Dort leben den Angaben zufolge etwa 120.000 Binnenvertriebene in Flüchtlingslagern, darunter viele Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya. Kinder und Familien in der Region seien einer „Atmosphäre von Spannung und Konflikt“ ausgesetzt.

Ähnlich sei die Lage auch in den abgelegenen Kachin-, Shan- und Kayin-Staaten und anderen Grenzgebieten, in denen das Militär und bewaffnete ethnische Milizen gegeneinander kämpften. Die Menschen dort seien von Armut, Vertreibung und Menschenhandel bedroht und hätten nur begrenzten Zugang zu grundlegender Gesundheitsversorgung und Bildung.Am Mittwoch beginnt in Myanmar die zweite Runde der Friedenskonferenz.

Erstmals seit der historischen Panglong-Konferenz vor fast 70 Jahren führen Regierung, Armee und die ethnischen Milizen wieder Friedensverhandlungen.