Nordkorea bestätigt «erfolgreichen» Raketentest

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Trotz scharfer Warnung von Seiten der USA: Eine Woche nach dem letzten Raketen-Test provoziert Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un erneut.

Die Waffe, die Nordkorea am Sonntag testete, sei nun militärisch einsatzbereit, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA – und bestätigte damit den «erfolgreichen» Test einer Mittelstreckenrakete. Nach Angaben der USA und Südkoreas handelte es sich um eine Rakete, die etwa 500 Kilometer weit flog.

Seit 2006 hat Nordkorea nach eigenen Angaben fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Zugleich arbeitet die Führung in Pyongyang an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten.

Mit seinen Tests verstösst Nordkorea gegen Sanktionen des UNO-Sicherheitsrats. Das Gremium hat seine Sanktionen gegen das Land in den vergangenen Jahren mehrfach verschärft. Für Dienstag wurde eine Dringlichkeitssitzung des Rats zu Nordkorea angesetzt.

Achter Raketentest in diesem Jahr

Nach Angaben der japanischen Regierung stürzte die Rakete ausserhalb der Hoheitsgewässer des Landes ins Japanische Meer (koreanisch: Ostmeer). Tokio protestierte gegen den Raketenstart. In Südkorea berief Präsident Moon Jae In den Nationalen Sicherheitsrat ein.

Erst am Sonntag zuvor hatte die kommunistische Führung Nordkoreas eine Mittelstreckenrakete testen lassen. Dabei hatte es sich nach eigenen Angaben um eine Rakete des Typs Hwasong-12 gehandelt, die einen atomaren Sprengkopf tragen und US-Gebiet treffen könne.

Sie sei fast 800 Kilometer weit geflogen und habe eine Höhe von mehr als 2100 Meter erreicht. Der UNO-Sicherheitsrat hatte den Raketentest – den achten des Landes in diesem Jahr – scharf verurteilt.

US-Patrouillenfahrten

Nach Einschätzung von US-Experten zeigte der Test der Hwasong-12 erhebliche Fortschritte bei der Entwicklung von Interkontinentalraketen.

Die USA hatten erst von wenigen Tagen den Flugzeugträger «USS Ronald Reagan» zu Patrouillenfahrten in die Gewässer nahe der koreanischen Halbinsel geschickt. Das Schiff soll sich nach Berichten südkoreanischer und US-Medien gemeinsam mit der «USS Carl Vinson» an Übungen im Westpazifik beteiligen.

US-Präsident Trump warnt

Die «Carl Vinson» wurde nach neuen Raketentests durch Nordkorea Ende April zum zweiten Mal in diesem Jahr in die Region entsandt. Auf längere Sicht soll die «Ronald Reagan» den Berichten zufolge die «Carl Vinson» in der Region ablösen.

US-Präsident Donald Trump drohte mehrfach mit Alleingängen im Streit um das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas. Auch schloss er einen Militärschlag nicht aus. Pyongyang wirft den USA vor, durch ihre gemeinsamen Militärmanövern mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten, was beide Länder aber bestreiten.