Bangkok – Behörden lösten wegen des globalen Hackerangriffs mit der Erpresser-Software „Wanna Cry“ Alarm in Thailand aus. Neben Thailand waren rund 100 andere Länder betroffen.


Die thailändische Regierung warnte Computernutzer vor der gefährlichen Malware. Premierminister General Prayuth Chan-ocha beauftragte das Ministerium für digitale Wirtschaft und Gesellschaft, die Situation genau zu verfolgen und, falls nötig, Richtlinien herauszugeben, um der Öffentlichkeit negative Auswirkungen zu ersparen.


Europol nannte den Angriff „beispiellos“, man müsse eine komplexe internationale Ermittlung durchführen, um die Schuldigen zu finden.


Am schlimmsten war es in Großbritannien. Hier waren vor allem Krankenhäuser das Ziel der Hacker. Teilweise konnten keine Operationen durchgeführt werden, Röntgen- und Laborgeräte funktionierten nicht mehr, es konnte nicht mehr telefoniert werden. Krankenwagen mussten weite Wege bis zu Hospitälern fahren, die noch funktionstüchtig waren.


Thailand war ebenfalls betroffen, aber es gibt bislang nur wenige Hinweise, wie sich das ausgewirkt hat. Da in Thailand während des Angriffs viele schon ins Wochenende gegangen sind, ist es möglich, dass erst am Montag eine Schadensbilanz erstellt werden kann.


Das Thailand Computer Emergency Response Team (ThaiCERT) sagte in einer ersten Stellungnahme, dass es zwar Fälle in Thailand gab, diese aber nicht weit verbreitet seien. Welche Computer oder Unternehmen das waren, konnte aber bislang nicht näher erläutert werden.


Als der Angriff bekannt wurde, alarmierte ThaiCERT die Hospitäler. Doch keines scheint angegriffen worden zu sein.


Wie in anderen Ländern auch, wurde thailändischen Computernutzern empfohlen, ihre Systeme regelmäßig auf den neuesten Stand zu bringen.


Von dem Angriff waren nur Computer mit dem Betriebssystem Windows betroffen. Vor dem Angriff hatte Windows einen entsprechenden Patch zum Schutz veröffentlicht, der war aber oftmals nicht installiert worden.